So war mein Januar 2023 – Monatsrückblick

von | Feb 6, 2023 | Rückblicke | 4 Kommentare

Der Januar fing langsam und gemütlich an. Ein paar freie Tage, wenige Termine und meine Jahresplanung. Dann kamen einige aufregende Projekte, und ruckzuck hatte ich wieder richtig viel zu tun. Aber es waren schöne Projekte, die mir Freude und neue Erkenntnisse gebracht haben. Sieh selbst 😀

Ein Workshop mit Studierenden und ein Besuch in meiner alten Uni

2023 wird ein Workshop-Jahr! Ich habe mir vorgenommen, mehrere kurze Workshops zu geben und mich so wieder an das Arbeiten in der Gruppe heranzutasten. Magischerweise bekam ich Ende Dezember noch eine Anfrage für einen Workshop in der Uni! Am 17. Januar war ich dann zu Gast im Germanistischen Institut der Uni Münster. Dort habe ich selbst bis vor einigen Jahren studiert. Die Studierenden des ersten Semesters im Grundschullehramt bekamen jetzt einen Workshop zum Thema „Gedichte sprechen!“ von mir.

Das Ausrufezeichen ist übrigens Absicht. Ich bin der Meinung, dass man Gedichte sprechen sollte. Erst dann entfalten sie ihre ganze klangliche Wirkung. Ich glaube, das fanden auch die Studierenden 🙂 In der ersten Hälfte haben sie sich intensiv über die Gedichte ausgetauscht. In der zweiten Hälfte haben wir uns dann ganz experimentell und spielerisch dem Sprechen angenähert. Ganz offen haben sie sich auf alles eingelassen, und mein Sprecherzieherinnen-Herz war glücklich!

Hinterher war ich dann vollkommen fertig. Diese große, tiefe Erschöpfung nach einem Workshop kenne ich noch von früher. Ich hoffe allerdings, dass das mit der Zeit etwas weniger wird, denn ich hab doch so Lust auf Workshops geben! Was ganz bestimmt weniger wird, ist die Aufregung, und ich denke, dass die einen Teil der Erschöpfung ausmacht. Mal sehen!

Ich hocke und schaue in die Kamera. Hinter mir liegen bunte Zettel auf dem Boden.

Die Workshop-Vorbereitung ist in vollem Gange! Auf den Zetteln sind Gedichte und jeweils passende Aufgaben dazu.

Ein Kreativ-Experiment: meine Farben als Flipchart-Marker!

Nach dem Workshop habe ich erstmal eine Runde geschlafen. Und dann hatte ich Lust auf etwas Kreatives! Ich hatte mir leere Flipchartmarker bestellt, und Nachfülltinte in den Farben gelb, pink, türkis und schwarz. Damit wollte ich mir meine „Brandingfarben“ als Marker mixen.

Das war ein großer Spaß, ich liebe solche kreativen Experimente. Allerdings klappte das mit dem Mischen nicht gleich so, wie ich es das vorgestellt hatte. Das Blau habe ich ganz gut hinbekommen, aber mit Grün und Rot bin ich nicht so zufrieden. Das klappt dann beim nächsten Mal 😉

Ein Tisch, mit Papier und Tintenflaschen bedeckt. Auf dem Papier sind überall bunte Striche.

Wie Du siehst, wurde mir beim Ausprobieren der Farben der Platz knapp. Das schöne, helle grün in der Mitte habe ich leider wieder vermischt. Erst am nächsten Tag habe ich gesehen, dass ich den perfekten Farbton zwischenzeitlich schonmal hatte!

Ich halte meine Handflächen vor die Linse. Sie sind mit bunten Flecken übersät.

Auf die farbverschmierten Hände bin ich immer irgendwie stolz 🙂

Lesen gegen das Vergessen. „Die Ermittlung“ im Landgericht Münster

Am 27. Januar, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, haben wir vom Stadtensemble aus eine Veranstaltung organisiert. Im Landgericht Münster lasen wir das Stück „Die Ermittlung“ von Peter Weiss. Darin geht es um den ersten Frankfurter Auschwitzprozess und die deutschen Verbrechen an Juden*Jüdinnen, Sinti und Roma, Kriegsgefangenen und politisch Verfolgten.

Diesen Text zu lesen, ist für mich immer wieder eine Konfrontation. Mit der Geschichte und den schrecklichen Dingen, zu denen Menschen (mit menschenverachtenden Ideologien) fähig sind. Und auch eine Warnung, in der Gegenwart aufzupassen und Position zu beziehen. Denn rechte Ideologien sind immer noch da und werden stärker.

Eine Gruppe Menschen in einem Gerichtssaal.

Es war mir eine Ehre, mit diesem tollen Ensemble zusammen lesen zu dürfen!

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Was im Januar sonst noch so los war

  • Mit dem Stadtensemble habe ich ein Barcamp organisiert! „Wie wollen wir leben? Das Zukunftscamp“ fand am 21. Januar statt und wurde von über 60 Teilnehmenden besucht. Überraschend für mich: Ich kam super gut durch den Tag, trotz der vielen Menschen und vielen Gespräche. Jetzt habe ich Lust, mal als Teilnehmerin zu einem Barcamp zu gehen 🙂

    Ich stehe in einem Raum mit Sesseln und Tischen und schaue in die Kamera.

    Die Teilnehmer*innen des Zukunftscamps sind gerade in ihren Gesprächsrunden, und das Orga-Team hat Pause. Zeit für ein Foto 😉

  • Im Wort & Stimme Training hatte ich Besuch von einer super netten Logopädin. Sie nimmt an einer Fortbildung zur Stimm- und Sprechtrainerin teil und wollte gerne bei mir hospitieren. So waren wir zu dritt, meine Kundin, sie und ich, was eine wirklich schöne, berührende Erfahrung war.
  • Lena und ich haben alles für die zweite Staffel unseres Podcasts vorbereitet. Am 2. Februar ist die neue Folge erschienen. Der Titel: „Hassliebe Smalltalk“. Hier kannst Du nachlesen, was es bei Herz & Zunge sonst noch neues gibt.
  • Mit Theater en face haben wir für die Wiederaufnahme von „~ IM STROM“ geprobt und entdeckt, dass wir uns noch an alles erinnern können!
  • Für das erste Quartal 2023 habe ich mir vorgenommen, mein Repertoire an Stimmübungen zu sichten und für meine Trainings besser zugänglich zu machen. Daraus entstand im Januar nicht nur eine intensivere Stimm-Routine, sondern auch eine neue Blogartikel-Reihe: Die Stimmübung des Monats. Der erste Artikel wird schon bald erscheinen!

    Ich liege auf dem Boden, die Beine aufgestellt und die Hände auf meinem Bauch abgelegt.

    Hier entsteht eine neue Artikel-Reihe: die Stimmübung des Monats!

  • Ich bin zu einer kleinen online Co-Working-Gruppe dazugestoßen. Wir treffen uns immer Montags für zwei Stunden, arbeiten und tauschen uns aus. Eine schöne neue Verbindung!
Eine Kirche mit einem großem Vorplatz im Schnee.

Ein bisschen Schnee gab es im Januar auch!

So lief es im Januar mit der LANGSAMKEIT

LANGSAMKEIT ist mein Motto für 2023. Ich hatte um den Jahreswechsel ein großes Bedürfnis nach Ruhe und danach, mich zu vertiefen – ohne Zeitdruck und lange To-Do-Listen, die einem immerzu im Kopf herumschwirren. Das blieb auch im Januar so. Gleichzeitig wurde mein Langsamkeit auf die Probe gestellt, weil so viele, schöne, aufregende und gleichzeitig sehr arbeitsintensive Projekte anstanden.

So dauerte es nicht lange, bis ich auch die Schnelligkeit wieder spürte: voller Energie, wenn ich unterwegs oder an einer Aufgabe dran bin. Aber auch unruhig, atemlos und angespannt, wenn ich zur Ruhe kommen will. Der Übergang von der Schnelligkeit wieder zurück in die Langsamkeit fällt mir noch schwer. Da möchte ich weiter hinschauen.

Trotzdem habe ich schon einiges an „langsamen“ Veränderungen umgesetzt:

  • Ich habe jetzt einen analogen Wecker. Mein Handy mache ich am Abend aus. Es kommt nicht mit ins Schlafzimmer. So kann ich morgens in aller Ruhe wach werden, ohne da gleich draufzugucken und ohne sofort durch Arbeits-Mails und Nachrichten „angestachelt“ zu werden.
  • Ich habe es immer wieder geschafft, in meinen „Deep Work“ Modus zu kommen: eine tiefe Konzentration, in der alles andere zurücktritt. In diesem Zustand achte ich null auf die Zeit, deshalb fühlt er sich für mich wunderbar langsam an.
  • Ich habe gemerkt, WIE viel ich mir vorgenommen hatte, und wie wenig Raum dazwischen für Langsamkeit war. Manches habe ich deswegen aufgeschoben oder mit etwas weniger Aufwand gemacht. Hat auch funktioniert 🙂
  • Nach anstrengenden Tagen habe ich mir bewusst Erholungszeiten eingeplant. Das hätte aber ruhig noch mehr sein dürfen. Und manchmal hat es auch nicht geklappt, mich an diesen Tagen so richtig zu entspannen.
  • Ich habe wieder mit Yoga angefangen. Die Stunden bei Sophies Safe Space tun mir einfach gut, und sie helfen mir, wenn ich aus der Schnelligkeit nicht alleine rauskomme.

Außerdem hatte ich mir vorgenommen, im Jahr 2023 keine Zahlenziele zu verfolgen. Ich bin als qualitativ unterwegs 😉 An einer Stelle fiel mir das allerdings schwer: beim Bloggen!  Meinen Vorsatz, jede Woche einen Artikel zu veröffentlichen, habe ich offenbar lieb gewonnen. So fiel es mir ganz schön schwer, loszulassen, als ich merkte, dass das gerade nicht klappt. Siehe unten:

Das habe ich im Januar gebloggt

Gebloggt habe ich im Januar weniger, irgendwie blieb das liegen. Die Montage, die ich mir normalerweise zum Bloggen freihalte, wurden für andere Sachen gebraucht, und auch Abends hatte ich nicht so viel Schreibenergie. Wobei – geschrieben habe ich schon. Ich habe die Artikel nur nicht so schnell fertig bekommen. Da mein Motto ja LANGSAMKEIT ist, übe ich mich in Geduld und sage mir, dass manches eben seine Zeit braucht 🙂

Reden ist Schweigen. Silber ist Gold. Äääh, wie ging das nochmal…? Hihi, das bekannte Sprichwort habe ich auf einer Postkarte gefunden. Dort sind die Worte so angeordnet, dass sie beim Lesen jedes Mal durcheinanderkommen. Lena und mich hat das schon im Dezember 2021 zu einer Herz & Zunge Folge inspiriert. Die habe ich in diesem Blogartikel aufgegriffen.

Langsamkeit – mein Motto für das Jahr 2023. Mein Motto kam im Dezember ganz von allein zu mir, und mit ihm mein Symbol-Tier für das neue Jahr: eine Schnecke! Für diesen Artikel habe ich viel positives Feedback bekommen, und ich bin gespannt, wie sich das mit der Langsamkeit weiter entwickelt.

So war mein Dezember 2022 – Monatsrückblick. Ganz ehrlich: nach dem Jahresrückblick noch einen Monatsrückblick zu schreiben, fühlte sich seltsam an. Der Dezember war in meinem Kopf schon in weite Entfernung gerückt. So ist mein Rückblick denn auch ein bisschen kürzer geworden. Das Beitragsbild ist von einem meiner Spaziergänge und ich mag es sehr (es zeigt den Aasee mit einer ganz dünnen Eisschicht).

Meine Pläne für den Februar

Im Februar möchte ich wieder mehr ins Bloggen reinkommen. Außerdem freue ich mich auf die 14. Herz & Zunge Folge, da geht es um das Thema „wirklich zuhören“. Mitte3 Februar ist die Aufnahme, und am 2. März erscheint sie.

Bei Wort & Stimme, meinem Sprechtraining, arbeite ich im Februar mit zwei neuen Kund*innen. Das Besondere: sie kommen zu zweit zu mir! Ich bin schon gespannt auf unser Training zum Thema „lebendig vorlesen“.

Und schließlich stehen im Februar auch zwei Bühnenauftritte an. Juhu! Wir nehmen unser Stück „~ IM STROM“ noch einmal auf. Am 12. Februar spielen wir es im Haus Nottbeck, am 17. Februar in der Studiobühne in Münster.

Du siehst: es steht wieder einiges an. Ich freue mich darauf und hoffe, dass zwischen den schnellen Phasen auch immer wieder Raum für langsame ist.

Wie war Dein Januar? Lass mir gern einen Kommentar da 🙂

Alles Liebe
Deine Paula

4 Kommentare

  1. Marita

    Danke für den Einblick in den MOnat. Die „Sauerei“ mit den Neuland Markern kenne ich. Egal, wie man es macht, man hat immer Farbe an den Händen *haha* Den Begriff des „Deep Work“ klaue ich mir. Ich kenne den Zustand, hatte aber nie einen Namen dafür. Mit der Langsamkeit hätte ich im Moment auch so meine Mühe. Aber die Veränderung ist absehbar, deshalb trage ich es mit Fassung und kleinen Pausen.

    Liebe Grüße, Marita

    Antworten
    • Paula

      Liebe Marita,

      vielen Dank für Dein Feedback! Der Begriff „Deep Work“ kommt wohl aus der Informatik (weil man das beim Programmieren so sehr braucht). Ich habe mal in einem Literaturmuseum gearbeitet, da gab es eine Ausstellung mit diesem Titel. Da wurden Verbindungen zwischen Schreiben und Coden gezogen, und dieses Konzept „Deep Work“ ist bei mir hängen geblieben 😊

      Ja, ich habe von Deiner Veränderung gelesen und finds cool, wie bewusst Du das angehst. Wann ist es denn soweit?

      Liebe Grüße
      Paula

      Antworten
  2. Claudia

    Flipchart Marker in den eigenen Brandingfarben mixen! Wie genial ist die Idee denn bitte! Danke, dass du uns daran hast teilhaben lassen!

    Mein Januar war voller neuer Ideen und gleichzeitig liegt der Fokus in diesem Jahr voll und ganz bei meinem Herzensprojekt. Einzig ins bloggen darf auch ich noch etwas reinkommen.

    Antworten
    • Paula

      Danke für Dein Feedback, liebe Claudia! Ja, das mit den Markern hat mich auch echt motiviert im Januar 😄 Sowas macht mir Spaß.

      Viele neue Ideen und Du hast Dich auf Dein Herzensprojekt konzentriert? Das kling richtig toll! Ich wünsch Dir einen wunderbaren Februar.

      Alles Liebe
      Paula

      Antworten

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