10 Gründe, warum ich das Sprechen & Zuhören liebe

Okt. 24, 2022 | Persönliches

Ich weiß ja, dass viele Introvertierte sich am liebsten schreibend ausdrücken. Da fällt es ihnen leicht, Kontakt herzustellen und sich mit anderen auszutauschen. Ich kenne das – meinen Mann habe ich durch seeehr lange E-Mails kennengelernt 🙂

Und doch habe ich beruflich den Weg des Sprechens (und des Zuhörens!) gewählt. Denn das Mündliche hat eine ganz besondere Bedeutung für mich:

  1. Sprechen und Zuhören ist jetzt. Im Moment. Ich kann mir vorher überlegen, was ich sagen möchte, aber oft kommt es dann doch anders. Das Gespräch entwickelt sich in eine andere Richtung, die Situation fühlt sich anders an und ich reagiere darauf. Das finde ich aufregend, im positiven Sinne.
  2. Stimmungen und Gefühle sind stärker wahrnehmbar. Im Körperausdruck, in der Stimme, in der Art, wie jemand spricht, schwingen Hinweise mit. Manchmal reagiere ich ganz unbewusst, und erfasse intuitiv, wie es jemandem geht. Manchmal interpretiere ich die Hinweise auch falsch, dann ist es spannend, herauszufinden, was wirklich los ist.
  3. Ich mag das körperliche Element der Stimme. Ich kann sie wirklich spüren, ihre Schwingungen versetzen mich auch in Schwingung – körperlich, seelisch, emotional. Die Stimme ist für mich Einheit von Körper und Seele, sie unterscheidet nicht. In ihr kommt alles zum Ausdruck, was mich bewegt.
  4.  Einer Person zuzuhören und ihre Präsenz zu spüren, ist faszinierend. Präsenz macht, dass meine Aufmerksamkeit fokussiert wird. Ich vergesse alles drumherum, lasse mich ganz auf die Person ein und auf das, was sie macht. Man könnte sagen, ich lasse mich von ihr führen 🙂
  5. Selbst präsent sein beim Sprechen heißt ebenso: ganz in einer Sache aufgehen. Im Sprechen, in der Aktion. Im Kontakt. Auf der Bühne erlebe ich das ganz besonders. Ein Gefühl der Lebendigkeit!
  6. Ich liebe Sprache und beschäftige mich gerne mit Texten. Ja, das ist doch Lesen, also Schriftlichkeit, sagst Du vielleicht. Aber ich finde, wenn man einen Text laut liest, fallen einem andere Feinheiten auf. Klangliche Effekte, die „Mechanik“ des Textes wird spürbar. Und: das, was ich beim Lesen des Textes erlebe, hörbar zu machen für ein Publikum, ist meine absolute Lieblingsbeschäftigung.
  7. Auch im Alltag beobachte ich gerne, mit welchen Worten wir etwas ausdrücken. Was zwischen den Zeilen mitschwingt. Was nicht gesagt wird, aber aus dem Kontext interpretiert werden kann. Mündliche Kommunikation ist komplex und vieldeutig, weit davon entfernt, bloß ein Austausch von Informationen zu sein. Das macht sie wahnsinnig interessant.
  8. Mich mit mündlicher Kommunikation beschäftigen heißt auch: befragen, was ich in der Welt bewirken möchte. Sie regelt das Zusammenleben, gestaltet Beziehungen und drückt Hierarchien aus. Sie kann gesellschaftliche Zustände spiegeln oder in Frage stellen und ist damit ein machtvolles Werkzeug.
  9. Für mich war das Sprechen früher auch mit Ängsten besetzt. Trotzdem hat es mich genau da hin gezogen. So habe ich mich selbst besser kennengelernt und mein Selbstvertrauen ist gewachsen.
  10. Ganz ehrlich? Eine einzige, kurze, schöne Begegnung in der Kommunikation, ein Moment des Lachens, des Sich-Verstehens und Verstanden-Fühlens kann richtig glücklich machen.

Wie ist das bei dir, wie stehst du zum Sprechen und Zuhören? Was magst du daran und was nicht? Willst du mir einen Kommentar da lassen?

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Als Sprechtrainerin für Bühne, Business & Studio arbeite ich mit Menschen, die richtig gut sprechen wollen. Ich stehe mit Lesungen auf der Bühne und bin Sprecherin für Hörbücher & mehr.

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