Mitte März 2026. Ich sitze mit anderen Frauen bei einem Netzwerktreffen zusammen und erzähle von meinem Start in das neue Jahr: von der Riesenwelle Energie die mich im Januar getragen hat und der Erschöpfung, die im Februar folgte. Eine Frau sagt: „Das ist das Feuerpferd.“
Sie meint den chinesischen Kalender mit seinen „Jahrestieren“. Zeit ist dort nicht einfach ein linearer Verlauf. Jedes Jahr hat eine besondere Qualität und 2026 ist es die Qualität des Yang-Feuer-Pferds.
Eigentlich bin ich kein Mensch, der sich viel mit Astrologie beschäftigt. Aber dieser Satz mit dem Feuerpferd hat mein Interesse geweckt. Wie war das nochmal… Das Feuerpferd prüft, was echt ist? Es bringt Bewegung, fordert Entscheidungen und bringt Dinge ans Licht, die bisher im Verborgenen gereift sind?
Das war mir noch so ungefähr aus dem Feuerpferd-Artikel von Peggy Bendler hängengeblieben. Jetzt, Ende März 2026, blicke ich zurück und sehe: Das beschreibt ziemlich genau, was im März passiert ist, sowohl privat als auch beruflich, in meiner Selbstständigkeit als Sprechtrainerin. Dabei hat der Monat auf den ersten Blick ziemlich unfeuerpferdisch begonnen: mit Ruhe und Rückzug.
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Wer bin ich ohne meine Arbeit?
Mein Ruhebedürfnis Anfang März 2026 war riesengroß. Im Februar hatte ich mich übernommen, hatte am Ende mit einer Erkältung im Bett gelegen und alles absagen müssen. So begann ich im März abzuwägen: Was ist unmittelbar notwendig und was nicht?
Es entstand Freiraum – und ein seltsames, dumpfes, unruhiges Gefühl. Mir wurde bewusst: Ich hatte mich so sehr der Arbeit verschrieben, dass ich zum Rest von mir irgendwie den Kontakt verloren hatte. Ich wusste plötzlich nicht mehr so genau:
- Was macht mir Spaß?
- Was interessiert mich wirklich?
- Was tut mir gut?
Klar, auf einer Kopfebene hätte ich darauf Antworten geben können. Aber ich fühlte sie nicht. Ich hatte auf gar nichts mehr Lust und war einfach immer erschöpft.
Irgendwann fiel mir ein Buch in die Hand, ein Roman, und ich fing an zu lesen. Das bewegte etwas. Ich fühlte die Geschichte und vielleicht mischte sich etwas von meinen Gefühlen mit dazu. Hier konnte ich eintauchen und die ganze Welt drumherum für einen Moment vergessen.
Und das ist etwas, das gehört schon immer zu mir: in Geschichten abtauchen. Am Liebsten in Bücher. Ich hatte etwas wiedergefunden!
So war ich im März viel zu Hause. Ich betrieb Entschleunigung, ließ mir morgens mehr Zeit. Kochte, fand Gefallen an kleinen Routinen, wie jeden Morgen Quarkmarmeladenbrot essen, und las.
Ich fand eine kleine Übung, die sofort meinen Schlaf verbesserte. Manchmal wachte ich erholt und freudig auf. Die ersten Male seit langem. Überhaupt, so ganz langsam, kam die Freude wieder zu mir.
Im Beruf machte ich das unmittelbar Anliegende: bereits gebuchte Trainings und Workshops geben, Hörbuch aufnehmen, meinen nächsten Workshop bewerben. Anderes sagte ich ab. Ich bat um Fristverlängerung. Schrieb hier eine Zeit lang nichts, weil mir nicht danach war.
Dieses Auswählen und Reduzieren war wichtig. Ende März hat sich nämlich auch im Business etwas bewegt. Etwas, mit dem ich gerade gar nicht gerechnet hatte!
Ich wünsche mir einen Raum!
Ja, schon seit einer Weile, einen physischen Raum. Einen Raum für meine 1:1 Sprechtrainings, und zwar einen eigenen. Oder… einen, der ein bisschen mehr meiner ist. Aktuell nutze ich die Räume der Wegebegleiter:innen in Münster, die ich stundenweise buchen kann. Die sind schön geräumig, hell, professionell – ich habe wenig daran auszusetzen. Außer, dass ich nach jedem Training eilig zusammenpacke, um den Raum für die nächste Mieter*in frei zu machen.
Deshalb ist im Winter dieser Wunsch in mir gereift: von einem Raum, den ich gestalten kann, in dem ich ankommen darf. Durch einen Zufall wurde ich im März daran erinnert. Ich sprach mit meinem Mann drüber, das war das erste Mal, dass ich es aussprach.
Dann kam meine Gelegenheit! In den Tagen danach erfuhr ich von mehreren Räumen, für die gerade neue Mieter*innen gesucht wurden. Einen davon habe ich mir angesehen. Er ist schon eingerichtet und wird für einzelne Tage vermietet. Das heißt, es ist auch ein Raum, den mehrere Menschen gemeinsam nutzen. Aber eben nicht stunden- sondern tageweise, was ein Schritt in die richtige Richtung ist. Und er hat so viel Wärme. Ich fühle mich dort wohl. Es gibt sogar einen Balkon 🥰
Nach dem Besuch dachte ich immer wieder darüber nach: Ist das wirklich der richtige Schritt? Der richtige Moment? Werde ich genug Kund*innen haben, um den Raum langfristig zu halten? Ich rechnete die vergangenen Monate durch und merkte, dass ich genau an dem Punkt war, an dem sich dieser Schritt lohnen könnte. Nur… die Zukunft kann ich nicht durchrechnen. Das braucht Vertrauen und das richtige Gespür und… mutige Entscheidungen? War das nicht auch ein Merkmal der Feuerpferd-Energie, Gelegenheiten ergreifen und mutige Entscheidungen treffen?
Ich habe mich entschieden, den nächsten Schritt zu gehen. Heißt: Interesse anzumelden. Ob es wirklich klappt, weiß ich noch nicht. Trotzdem freue ich mich total über die unerwartete Gelegenheit und dass das Thema Raum so eine Eigendynamik entwickelt hat.
Plötzlich passiert… Sichtbarkeit 😯
Ende März, als Freude und Energie langsam, aber sicher zurückkommen, tut sich auch was in meiner Sichtbarkeit.
Mein Workshop KNOW YOUR VOICE stand Mitte März bei drei Anmeldungen. Ich war spät dran mit dem Flyer, unsicher, ob der Workshop überhaupt stattfinden kann, denn dafür brauche ich mindestens 4 Teilnehmende. Eine Woche vor dem Workshop kam die vierte Teilnehmerin dazu. Und da war der Stein am Rollen. Jeden Tag wurden es mehr, und am Ende waren 10 Frauen da. Ich habe mich riesig gefreut!
Meine Entscheidung für den Raum war, glaube ich, auch so eine Schwelle. Im März sind mehrere Kund*innen mit ihren 1:1 Sprechtrainings-Pakete fertig geworden. Es war ruhig. Ein Zyklus ging zu Ende und der neue hatte noch nicht angefangen. Deshalb war ich so unsicher, ob ich das wirklich machen kann mit dem Raum. Dann habe ich mich dafür entschieden. Und es kamen Anfragen. Sofort, noch am selben Tag!
An diesem Tag bekam ich drei Anfragen auf einmal 🙂 Eine davon durch eine Empfehlung, zwei von Menschen, die mich online gefunden hatten, sie hatten nach einer Sprechtrainerin recherchiert. In solchen Momenten merke ich: Meine Sichtbarkeit entwickelt sich. Obwohl ich bewusst fast nichts mehr in den sozialen Medien mache, obwohl meine Website noch immer in der Umgestaltung ist. All die Arbeit an Website und Blog im Januar, auf meiner Energiewelle reitend – ich glaube, sie hat sich gelohnt!
Oder vielleicht weht der Wind einfach günstig oder das Feuerpferd zeigt mir, dass der Weg, den ich gehe, meiner ist 🥰 Ich finde, das schließt sich nicht aus. Es kann alles ein bisschen wahr sein.
Was im März 2026 sonst noch so los war…
- KNOW YOUR VOICE war sehr schön. Die Teilnehmenden haben sich so sehr darauf eingelassen. Ich habs genossen!
- Außerdem war ich wieder bei der Waldbühne Melle und habe mein „Sprechtraining für die Bühne – Fokus Artikulation“ gegeben. Diesmal waren viele junge Leute aus dem Ensemble von „Robin Hood“ dabei.
- Ich habe weitere Gespenstertee-Lesungen geplant. Die nächste ist am 9. Mai im „Kleinen Kultursalon“ in Steinfurt-Borghorst. Schreib mir, wenn du dabei sein willst!
- Die Führerscheinprüfung habe ich zum 3. Mal nicht bestanden. Definitiv ein Stressfaktor im März… ich möchte das jetzt einfach geschafft haben!



Tee des Monats oder: meine Kaffee-Story im März 2026
Im März habe ich gerne grünen Tee mit Jasmin getrunken, und eine Glückstee-Kräutermischung.
Zwischendurch habe ich mir auch Kaffee gemacht – nach einer längeren Pause. Nach dem 2. Mal fiel mir auf: In der Nacht danach schlafe ich immer schlecht. Also habe ich es noch ein 3. Mal probiert und bewusst darauf geachtet. Es war wieder dasselbe. Einschlafen konnte ich, aber am Morgen erwachte ich aus einem unruhigen Zustand, halb Schlaf, halb Gedankenkarussel. Ich war erschöpft und kein bisschen erholt.
Dabei hatte ich den Kaffee am Vormittag getrunken. Ich las zwar vor kurzem, dass er erstaunlich lange im Körper nachwirken kann (dooferweise finde ich den Artikel nicht wieder). Aber meine Nachwirkzeit übertraf selbst die Angaben in dem Artikel. Ob ich besonders empfindlich darauf reagiere? Mir fiel wieder ein, wie ich in der Studienzeit manchmal Herzklopfen von einem einzigen Kaffee hatte, wie ich mich innerlich so ganz zittrig und flatterig fühlte. Und dass ich das bei Espresso immer besonders stark empfunden hatte.
Vielleicht probiere ich irgendwann nochmal aus, ob ich mit Filterkaffe vs. Espresso oder dieser vs. jener Sorte besser klarkomme. Aber für den Moment habe ich beschlossen: Mein Schlaf ist mir wichtiger. Ich kann auch ohne Kaffee!
Neue Blogartikel im März 2026
- 7 häufige Anfängerfehler beim Mikrofonsprechen – und wie du sie vermeidest
- So war mein Februar 2026: kurz, schnell und viel auf einmal
- Warum ich beschlossen habe, 2026 Sozialstipendien für meine Workshops zu vergeben – und wie das funktioniert
- Meine Entdeckung am internationalen feministischen Kampftag: die Komponistin Pauline Oliveros
Ausblick auf den April 2026
- Zwei Wochen Business-Pause, Familie besuchen, ausruhen.
- Danach kommen neue Menschen ins 1:1 Sprechtraining. Es sind Kennenlerngespräche, erste Trainings zum Ausprobieren und neue Pakete vereinbart.
- Ich gehe zu einem Netzwerktreffen von Menschen, die in Münster mit Körper und Bewegung arbeiten. Hier findest du Infos dazu, falls du auch teilnehmen willst.
- Und ich fahre zum Live-Treffen des Blogkurses „The Content Society“ von Judith Peters.
- Am 18. April ist mein Workshop „Dein Stil, deine Stärken. Kommunikationsworkshop von & für Introvertierte“ im Kreativ-Haus in Münster.
- Die nächste Voice-Werkstatt ist am 28. April, 11.30-13 Uhr im Kreativ-Haus.
- Den Workshop „Entspannt sprechen & auftreten“, den ich am 2. Mai zusammen mit Laura Reher (Klang & Sein) im Dreiraum Münster anbiete, will ich vorbereiten und Werbung machen.






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