Menschen haben unterschiedlich viel Geld und unterschiedliche Belastungen. Zu meinen Teilnahmebeiträgen bei den Workshops kriege ich deshalb oft unterschiedliche Rückmeldungen:
- „Du musst mehr dafür nehmen.“
- „Das Doppelte!“
- „Nein, bitte nicht!“
- „Für mich ist das schon ganz gut so.“
Für mich als Solo-Selbstständige ist natürlich wichtig, dass ich von meiner Arbeit leben kann. Eine Altersvorsorge wäre auch nice… Gleichzeitig will ich nicht, dass meine Workshops etwas total Exklusives sind. Ich finde es gut, dass aktuell Menschen teilnehmen können, die z. B. schon in Rente sind oder Künstler*innen oder Solo-Selbstständige, so wie ich. Diese beiden Seiten wäge ich immer wieder ab.
Und ich habe mir noch etwas überlegt: 2026 möchte ich ausprobieren, für meine Workshops im Dreiraum Münster – wenn sie ansonsten gut gebucht sind – Sozialstipendien zu vergeben.
Was ist ein Sozialstipendium?
Ein Sozialstipendium bedeutet für mich, dass eine Person, die gerade nicht so viel Geld hat, kostenlos an einem meiner Workshops teilnehmen kann. Dabei hinterfrage ich nicht, wie wenig Geld die Person hat, und ich will auch keine Beweise oder Begründungen. Mir reicht es, dass jemand fragt: „Hey, könnte ich für deinen Workshop am… ein Stipendium bekommen?“
Warum mir das wichtig ist – gerade in meinen Workshops
Ich wünsche mir, dass meine Workshops zugänglich sind und dass Menschen, die teilnehmen wollen, auf möglichst wenige Barrieren stoßen. Und Geld ist oft eine Barriere. Wenn ein Workshop schon gut gebucht ist, sodass für mein Honorar und alle Unkosten gesorgt ist, dann möchte ich deshalb gerne für ein bisschen mehr Zugänglichkeit sorgen und ein Stipendium vergeben.
Außerdem wünsche ich mir, dass in meinen Workshops Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungen zusammenkommen. Ich will Vielfalt! Und dafür ist es immer gut, Barrieren abzubauen.
Mir persönlich erfüllen die Workshops mein Bedürfnis nach Community. Ich mag es, eine Gruppe Menschen zusammenzubringen. Ich lade sie ein, sich auszutauschen, etwas von sich zu teilen und sich gegenseitig zu unterstützen. Und ich finde, zu so einem Community-Gedanken passt es gut, wenn Menschen, die nicht so viel Geld haben, eine Unterstützung für ihre Teilnahme bekommen.
Sozialstipendien in meinen Workshops – so funktioniert es
An welchen Workshops kann ich mit einem Stipendium, teilnehmen?
Die Stipendien gelten für meine Solo-Workshops im Dreiraum Münster, weil ich die komplett selbst organisiere. Für meine externen Workshops (z. B. Kreativ-Haus, Volkshochschule) gelten sie erstmal nicht.
Die Workshops mit Stipendium sind:
- KNOW YOUR VOICE | Deine Stimme kennen & lieben lernen
- GROW YOUR VOICE | Kraftvoll sprechen & gehört werden
- SHOW YOUR VOICE | Dich zeigen & gehört werden
- Gedichte sprechen
Wann gibt es ein Stipendium und wie viele gibt es?
Das Stipendium ist an die Anzahl der Teilnehmenden geknüpft. An meinen Dreiraum-Workshops können maximal 12 Menschen teilnehmen. Sobald ich 10 Anmeldungen für einen Workshop habe, gebe ich ein Stipendium frei.
Gibt es nur Vollstipendien? Oder ist auch ein Teilstipendium möglich?
Ja, das geht beides. Bei einem Vollstipendium nimmt eine Person komplett kostenlos teil. Bei einem Teilstipendium können zwei Personen zum halben Preis teilnehmen.
Ein Teilstipendium kann zum Beispiel für Menschen interessant sein, die zu zweit in den Workshop kommen wollen. Oder wenn eine Person sagt: „Ich möchte nicht unbedingt ein Vollstipendium, ein Rabatt würde mir schon reichen.“ Dann kann sie die Hälfte bezahlen, und eine zweite Person kann auch noch für die Hälfte teilnehmen.
Sind daran irgendwelche Erwartungen geknüpft?
Nein, wenn du über ein Stipendium teilnimmst, bist du eine ganz normale Workshopteilnehmer*in, so wie die anderen in der Gruppe. Du bekommst die gleiche Aufmerksamkeit und die gleichen Übungsmöglichkeiten. Und wie alle Teilnehmenden darfst du selbst entscheiden, wann du dich aktiv einbringst, wann du mehr zuhörst und wann du eine Pause brauchst. (Bei mir darfst du jederzeit eine Pause machen.)
Wer kann das Stipendium in Anspruch nehmen?
Alle Menschen, die es hilfreich finden. Ich vertraue dir, dass du mich nur dann danach fragst, wenn es für dich wichtig ist.
Wie bewerbe ich mich für ein Sozialstipendium?
Schreib mir eine E-Mail an . Sag mir darin einfach, welcher Workshop dich interessiert, und dass du gerne über ein Stipendium teilnehmen würdest. Du musst nichts begründen und nichts zu deiner konkreten Situation schreiben.
Ich schreibe dann zum Beispiel…
- „Ja, es ist ein Stipendienplatz frei. Du kannst ihn haben!“
- „Nein, leider ist das Stipendium für diesen Workshop schon vergeben.“
- „Für diesen Workshop habe ich kein Voll-, aber ein Teilstipendium. Du kannst mit 50% Rabatt teilnehmen. Möchtest du das?“
- „Ich weiß es noch nicht. Noch habe ich nicht genug Anmeldungen. Kann ich dir in … nochmal ein Update geben?“
Ich möchte mich erkenntlich zeigen – auch ohne Geld
Ich stelle keine Erwartungen an dich, weil du über ein Stipendium an einem Workshop teilgenimmst. Falls du trotzdem den Wunsch hast, irgendetwas zu machen, könntest du…
- mir ein konstruktives Feedback zum Workshop geben, das gerne auch Kritik enthalten darf
- mir nach dem Workshop ein paar Zeilen aufschreiben, die ich als Kund*innenstimme zum Workshop auf meine Website stellen kann
- einer anderen Person vom Workshop erzählen
- ein paar Flyer mitnehmen und in deiner Nachbarschaft auslegen
- ein paar Kekse oder was anderes zum Tee mitbringen (Bei den Dreiraum-Workshops gibt es immer Tee, Kaffee, Wasser und Kekse, was ich besorge. Manchmal stellen Menschen noch etwas dazu, das ist immer cool.)
Ich möchte zusätzliche Stipendien ermöglichen!
Dir gefällt die Idee, und du möchtest gerne noch mehr Stipendien ermöglichen? Schreibe mir. Das kriegen wir bestimmt hin 🙂
Sehen wir uns im Workshop?
Ich würde mich freuen, wenn durch die Stipendien 2026 ein paar Menschen an meinen Workshops teilnehmen können, die es sonst vielleicht nicht getan hätten. Hier findest du alle meine Workshops im Überblick.
Für mich ist es das erste Mal, dass ich so etwas klar und eindeutig anbiete. Deshalb weiß ich auch noch nicht: Ist es gut, wie ich es mache? Kann ich dadurch wirklich wirksam Barrieren reduzieren? Wie wird es angenommen?
Wenn du Gedanken dazu hast, wenn dich etwas stört oder du eine Idee hast, wie ich es noch inklusiver machen könnte, kannst du mir gerne schreiben. Ich bin neugierig und schätze es, wenn du deine Gedanken mit mir teilst.





Liebe Paula Maria,
das ist eine großartige Idee! Ich wünsche Dir alles Gute und Deinen Teilnehmer*innen viel Freude bei Deinen Workshops!
Bei meinen pro bono-Plätzen merke ich immer wieder, wie sehr sie gebraucht werden und wie dankbar die Menschen dafür sind. Gleichzeitig verstehen sie, wenn ich keinen Platz mehr frei habe, schließlich muss ich auch für meinen Unterhalt sorgen. Ich bin mir sicher, dass auch Deine Teilnehmer*innen dafür Verständnis haben werden. Unehrlichkeit habe ich glücklicherweise bisher noch nicht erlebt.
Liebe Grüße
Mara
Liebe Mara,
vielen Dank, dass du von deinen Erfahrungen berichtest, das hilft mir sehr. „pro bono-Plätze“ finde ich ein super Wort dafür 🙂
Viele liebe Grüße
Paula