5 Tipps, um die Stimme im Winter zu pflegen und gesund zu halten

Nov. 11, 2024 | Stimme

Draußen ist es kalt. Manchmal richtig ungemütlich. Die letzten Blätter fallen von den Bäumen und es wird früher dunkel. Drinnen ist die Heizung an, es gibt Tee und heißen Kakao und Gemütlichkeit…

Ich persönlich mag diese Zeit 😊. Ich freue mich immer darauf. Wenn es dann soweit ist, merke ich aber auch, was für eine Umstellung das bedeutet. Nicht nur fürs Gemüt, sondern auch für die Stimme!

Deshalb hat es die Stimme im Winter schwerer

  • Heizungsluft lässt die Schleimhäute trocken werden.
  • Es ist Erkältungszeit. Viren und Bakterien sind unterwegs, und die trockenen Schleimhäute können sich nicht mehr so gut dagegen verteidigen.
  • Wir gehen weniger raus, bewegen uns weniger, und vielen schlägt die Dunkelheit auch auf die Stimmung. Stimme und Stimmung sind immer miteinander verbunden!

Diese 4 Tricks helfen mir im Winter, gut bei Stimme zu bleiben:

1. Tee trinken & Gemütlichkeit zelebrieren

Viel trinken ist jetzt besonders wichtig für die Gesundheit der Stimme. Wasser ist natürlich immer gut, aber auch Kräutertees tun der Stimme gut.

Ich mag zum Beispiel…

  • frischen Ingwer mit etwas Zitrone oder Apfel oder beides
  • Hibiskustee mit Honig
  • Salbei, Thymian, Rosmarin und Holunderblüten – solo oder gemixt

Pfefferminze und Kamille wirken bei vielen eher trocknend auf die Schleimhäute, ebenso wie grüner oder schwarzer Tee. Ich trinke das alles trotzdem gerne, und wenn es keine riesigen Mengen sind, vertrage ich es auch. Du kannst selber ausprobieren, was dir gut tut.

Ähnlich ist es mit Kaffee. Viele Stimmprofis raten davon ab, vor dem Sprechen Kaffee zu trinken, weil er die Schleimhäute reizen und Reflux anregen kann. Ich trinke gerade eh wenig Kaffee, weil ich davon so unruhig werde. Gleichzeitig stört es mich oft, wenn solche Sachen wie Verbote formuliert werden. Das will ich nicht, deshalb weise ich zwar darauf hin, kann es aber auch vollkommen verstehen, wenn du sagst: Meinen Kaffee gebe ich nicht her, den will ich genießen.

Genuss und Gemütlichkeit sind nämlich auch gut für die Stimme! Sie helfen uns, zu entspannen und zu regenerieren, tiefer zu atmen und körperlich weicher zu werden. Das macht es der Stimme leichter! Deshalb dürfen wir uns ruhig viele winterlich-gemütliche Ruhepausen erlauben 😉

2. Inhalierbad mit Salz und Salbei

Die verstopfte Nase ist im Winter ein großes Thema bei mir. Vor allem Nachts geht meine Nase oft zu, und ich fange an, durch den Mund zu atmen. Wenn ich dann aufwache, fühlt sich der Hals ganz trocken an. Keine gute Voraussetzung für die Stimme.

An solchen Tagen mache ich morgens ein Inhalierbad:

  • 1 EL Meersalz
  • 1 EL Salbei oder Thymian oder beides
  • kochendes Wasser
  • eine Schüssel
  • das größte Handtuch, das du finden kannst

Kräuter und Salz übergieße ich in einer Schüssel mit heißem Wasser. Dann stelle oder setze ich mich davor, bedecke Kopf, Oberkörper und Schüssel mit dem Handtuch und atme den heißen Dampf ein.

Aber Vorsicht: geh mit dem Gesicht Anfangs nicht zu nah an das heiße Wasser. Sonst ist der Dampf zu heiß in der Nase.

Nach 5 Minuten sind meine Nasengänge geweitet und von Schleim befreit, und das Kratzen im Hals ist auch weg. Besonders, wenn ich morgens ins Studio gehe, hilft mir das sehr, um meine Stimme zu pflegen und vorzubereiten.

3. Durch die Nase atmen

Die Nasenatmung versuche ich tagsüber so viel wie möglich beizubehalten. In der Nase wird die Luft gefiltert, erwärmt und befeuchtet. Das schont die Schleimhäute und schützt sie vor den allgegewärtigen Erkältungskeimen.

Manchmal fangen wir an, durch den Mund zu atmen, obwohl wir es gar nicht müssten. Weil wir gestresst sind, aus Gewohnheit, oder weil es einfacher ist. Frage dich im Winter immer wieder zwischendurch:

  • Wie atme ich gerade? Durch den Mund oder durch die Nase?
  • Könnte ich auch durch die Nase atmen?

Vielleicht kannst du dich so an die Nasenatmung erinnern. Beim Gehen oder Rad fahren hilft es auch, ein klein bisschen langsamer zu machen – eben so, dass die Nase noch hinterher kommt.

Eine Ausnahme ist das Sprechen, da ist es tatsächlich normal, durch den Mund zu atmen. Wir machen das meistens intuitiv, weil es schneller und lautloser ist.

4. Schleimhäute feucht halten

Das heißt auch, dass es beim Sprechen umso wichtiger ist, die Schleimhäute feucht zu halten. Und wenn die Nase zu verstopft ist, um da durch zu atmen, ebenso.

So kannst du deine Schleimhäute feucht halten…

  • viel trinken
  • viel lüften
  • draußen spazieren gehen
  • sanfte Bonbons lutschen

Bei den Bonbons achte ich darauf, dass sie kein Menthol enthalten. Scharfe Bonbons mit Menthol wirken auf Dauer nämlich auch wieder austrocknend. Leider gibt es viele Erkältungsprodukte, die Menthol enthalten, aber von IslaMoos, Emser Salz, Ipalat und GeloReVoice gibt es auch mentholfreie Varianten. Außerdem sind Salbeibonbons meistens ohne Menthol.

5. Die Stimme aufwärmen

Wenn die Startbedingungen eh schon ein bisschen schwierig sind, tut es der Stimme extragut, wenn du sie vor dem Sprechen aufwärmst. Das kannst du morgens machen, vor deinem ersten Termin oder einfach mal zwischendurch.

Und wie? Zum Beispiel durch…

  • Gähnen, Strecken und Räkeln (entspannt und verbessert die Atmung, schafft Weite im Hals)
  • Seufzen (entspannt und bringt die Stimme ganz sanft in die Aktivität)
  • Summen (entspannt, macht Spaß und wärmt die Stimme auf)
  • Grimassen schneiden (bringt die Gesichtsmuskulatur in Bewegung, erleichtert es, deutlich zu artikulieren und entlastet dadurch die Stimme)
  • Kauen (lockert den Kiefer, aktiviert die Zunge und wirkt sich positiv auf die Atmung aus – und auf die Stimme, wenn du dabei summst)

Dabei kannst du ganz leise, weich und genüsslich anfangen. Wenn es sich wohlig anfühlt und du sanfte Vibrationen spürst, machst du es richtig.

Wenn du einen Lax Vox oder Blubberschlauch hast, kannst du den natürlich auch zum Aufwärmen nehmen. Ähnlich wie beim Summen wird die Stimme dabei auf sanfte Weise bewegt. Zusätzlich entspannt es die umliegenden Muskeln.

Es gibt endlos viele Möglichkeiten, um die Stimme aufzuwärmen. Wenn du mehr Inspiration haben möchstest, schau dir gerne die Blogartikel hier, in der Kategorie Stimme an!

Wichtiger Hinweis

Das waren jetzt eine Menge Tipps, die sich auch zum Teil auf den Umgang mit Reizungen und Infekten beziehen. Bitte beachte bei all dem, dass ich keine Ärztin bin.

Ich bin Sprecherzieherin und kenne mich mit gesunden Stimmen aus. Gleichzeitig ist jede Stimme und jeder Mensch anders. Hier berichte ich von Dingen, die mir persönlich helfen, um Stimmproblemen im Winter vorzubeugen.

Wenn du es mit Halsschmerzen, Entzündungen oder anderen Beschwerden zu tun hast, solltest du dich schonen und zu einer Ärzt*in gehen.

Falls du eine Frage dazu hast oder von deinen Erfahrungen berichten möchtest, schreib mir ruhig. Das kannst du als Kommentar tun, oder auch per E-Mail. Ich freue mich immer, von dir zu hören 😊.

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Hi, ich bin Paula.

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Als Sprechtrainerin für Bühne, Business & Studio arbeite ich mit Menschen, die richtig gut sprechen wollen. Ich stehe mit Lesungen auf der Bühne und bin Sprecherin für Hörbücher & mehr.

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