5 Strategien für weniger Clicks und Spuckegeräusche am Mikro

Feb. 11, 2026 | Sprechen, Studio

Du bist Sprecher*in oder Podcaster*in und produzierst viele Clicks? Du weißt schon, diese kleinen Spuckegeräusche, die auf der Aufnahme so viel stärker zu hören sind als im normalen Leben? Ich kenne das auch, deshalb habe ich dir meine 5  Lieblingsstrategien für weniger Clicks zusammengestellt.

Hier schreibe ich darüber, was Clicks genau sind.

Strategie Nr. 1: trinken, trinken, trinken

Um Clicks zu reduzieren, ist es wichtig, gut hydriert zu sein. Dann ist die Mundschleimhaut feucht und der Speichel dünnflüssig. So macht er die Mundbewegungen beim Sprechen mit, ohne allzuviele Geräusche zu produzieren.

Auf deine Flüssigkeitszufuhr achtest du im Idealfall schon 24 Stunden vor der Aufnahme.

Als Getränk für die Aufname selbst empfehle ich Leitungswasser, bzw. Wasser ohne Sprudel. Wenn du willst, kannst du etwas Zitronensaft hinzufügen (siehe Nr. 2).

Auch sanfte Tees gehen gut – hier darfst du ausprobieren, was für deine Stimme gut funktioniert. Bei mir sind das zum Beispiel…

  • Ingwertee
  • Früchtetees
  • Kräutertees ohne Süßholz (mag ich nicht) und Pfefferminze (kann austrocknend wirken).

Strategie Nr. 2: Zitronensaft oder Apfel

Ein Spritzer Zitronensaft im Wasser oder ein Schälchen mit Apfelstücken auf dem Tisch – beides enthält Säure, und die regt den Speichelfluss an und lässt den Speichel schön dünnflüssig werden – genau so wollen wir es. Denn Clicks entstehen vor allem durch zähen, dickflüssigen Speichel.

Ob es ein grüner oder roter Apfel ist, macht meiner Erfahrung nach übrigens keinen Unterschied. Auch wenn ein grüner Apfel DER Klassiker unter den Anti-Click-Tipps ist 😉 Ich finde auch nicht, dass grüne Äpfel immer säuerlicher sind als rote. Ich empfehle dir: nimm einfach eine Sorte, die du magst.

Strategie Nr. 3: Schon beim Einsprechen wahrnehmen und schlucken

Das Einsprechen ist die Phase zwischen dem Warm-Up und der eigentlichen Aufnahme. Ich spreche hier schon den Text, den ich aufnehmen will, habe das Mikro an und höre mich über Kopfhörer. Nur die Aufnahme läuft noch nicht mit. Diese Phase ist wichtig, um mich einzustimmen, außerdem nutze ich sie gerne, um meine„Clickyness“ durch bewusstes Wahrnehmen und Schlucken zu reduzieren.

Üblicherweise produziere ich am Anfang schrecklich viele Clicks. Sobald mir das auffällt, nehme ich mir einen Moment Zeit, sammle den Speichel im Mund und schlucke. Wenn ich das Gefühl habe, dass er zu dickflüssig ist, nehme ich zusätzlich einen Schluck Wasser. Dann spreche ich weiter.

Das wiederhole ich einige Male, bis die „Clickyness“ deutlich zurückgeht. Es funktioniert tatsächlich. Ich habe den Eindruck, dass schon die Wahrnehmung und das bewusste Eingreifen meinem Körper vermittelt: Ich brauche jetzt keine Clicks, sondern eine leise, klare und präzise Artikulation.

Tipp Nr. 4: Sprechtechnik

Ja, auch durch deine Sprechtechnik am Mikrofon kannst du Clicks reduzieren. Denn: Clicks entstehen nicht nur durch Speichel, sondern auch durch unsere Mundbewegungen beim Sprechen. Und die beeinflussen wir durch eine gute Sprechtechnik.

Clicks und Schmatzer entstehen da, wo es eng wird – wo sich Oberflächen annähern oder berühren. An vielen Stellen ist es notwendig, dass sie sich berühren, weil wir dadurch einen Laut bilden. Aber an anderen Stellen schmatzt es einfach, weil wir uns nicht genug Platz verschaffen. Wir öffnen den Kiefer nur minimal, runden die Lippen nicht so stark oder die Zunge ist im Rachenbereich fest ist und macht den Raum eng.

Ein Beispiel: Bei dem Wort „Schlange“ besteht die Gefahr, dass es zwischen sch und l zu einem hörbaren Schmatzgeräusch kommt. Die seitlichen Ränder der Zunge lösen sich von den oberen Zähnen. Das hört man – besonders wenn das Wort mit geringer Artikulationsspannung und Kieferweite gesprochen wird. Der Raum zwischen Ober- und Unterkiefer ist dann relativ klein, Lippen, Wangen und Zunge sind relativ entspannt.

Anders verhält es sich, wenn du beim sch deutlich in die Lippenrundrung gehst. Dadurch öffnet sich der Kiefer etwas weiter. Lippen, Wangen und Zunge bekommen etwas mehr Spannung. Im Mund entsteht dadurch mehr Raum und die Spuckegeräusche werden weniger.

Wenn du es ausprobiert hast, berichte mir gerne unten von deinen Erfahrungen! Ich bin neugierig 😊

Die Weite im Mundraum kannst du außerdem mit meinen 5 Übungen für einen lockeren Kiefer unterstützen. Auch Gähnen hilft und Übungen für eine lockere, bewegliche Zunge.

Tipp Nr. 5: In der Pause keine Schokolade – oder nach der Schokolade eine etwas längere Pause

Ich habe inzwischen gemerkt: wenn ich Süßigkeiten mit Schokolade esse, wird mein Sprechen sehr „clicky“. Ich bin aber nicht super konsequent und esse manchmal trotzdem Schokolade. Das hat dann einen zusätzlichen positiven Effekt: ich muss eine richtige Pause machen 🙂 Bis es wieder halbwegs geht, dauert es so 20-30 Minuten – eigentlich eine gute Zeit für eine Pause.

Vielleicht sind es bei dir andere Lebensmittel, die zu mehr Clicks führen. Du wirst deinen Umgang damit finden. Vielleicht vermeidest du sie konsequent, oder du findest eine leckere Alternative. Und wenn das mal nicht klappt, kannst du es immer noch über das Timing deiner Pausen lösen 😉

Pausen sind auf jeden Fall eine gute Idee, auch unabhängig von Clicks. Sie helfen der Stimme und der Konzentration. Nutze die Pause, um in Bewegung oder auf andere Gedanken zu kommen und lass etwas frische Luft ins Studio – auch das tut den Schleimhäuten gut und hilft damit, Clicks zu reduzieren.

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Als Sprechtrainerin für Bühne, Business & Studio arbeite ich mit Menschen, die richtig gut sprechen wollen. Ich stehe mit Lesungen auf der Bühne und bin Sprecherin für Hörbücher & mehr.

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