Netzwerken heißt: Viele neue Menschen, viel Kommunikation und häufig auch viel viel viel Small Talk. Nicht gerade einfach für mich als Introvertierte!
Doch es gibt Unterschiede: Manche Formate fallen mir leichter als andere. Und manche genieße ich richtig. Hier findest du nicht nur meinen Netzwerkformate-Vergleich, sondern auch meine wichtigsten Erkenntnisse für gelungenes Netzwerken als Introvertierte.
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Warum ist Netzwerken so anstrengend für Introvertierte?
Netzwerken ist für viele Intros ein Thema. Es ist herausfordernd und für manche ein richtiges rotes Tuch. Aber warum ist das eigentlich so?
Ein Merkmal von Introvertierten in der Kommunikation ist: Wir bevorzugen kleine, vertraute Runden. Hier fällt es uns leichter, ins Gespräch zu kommen, etwas von uns zu zeigen und eine Verbindung herzustellen. Deshalb ist ein Spaziergang mit einer Freundin oder ein Kaffee mit einer lieben Kolleg*in für viele Intros deutlich angenehmer als z. B. ein großes Fest mit vielen Menschen. Oder eine Netzwerkveranstaltung 🤷🏻♀️
Introvertierte mögen längere, tiefere Gespräche lieber als schnellen Small Talk. Wir hören gerne zu, denken intensiv nach und brauchen Zeit, um Vertrauen aufzubauen. Bei manchen Netzwerkevents sind schnelle Wechsel aber gewollt, dann müssen wir uns in kürzester Zeit auf ein neues Gegenüber einstellen. Und das immer wieder. Für unsere soziale Batterie ist das ziemlich kräftzehrend.
Das hat auch damit zu tun, dass wir leichter überreizt sind als extravertierte Menschen. Die Reize aus unserer Umgebung verarbeiten wir sehr intensiv. Nach einem Gespräch denken wir noch länger darüber nach. Das können wir aber nicht, wenn direkt das nächste nachfolgt. Deshalb sind introvertierte Menschen beim Netzwerken schneller erschöpft. Und: Sie sind oft diejenigen, die sich ganz bewusst zwischendurch mal rausziehen, um eine Pause zu machen.
3 Netzwerkformate, die für mich als Introvertierte gar nicht gehen
Ob ich mich bei einer Netzwerkveranstaltung wohl fühle hängt natürlich nicht ausschließlich vom Format ab. Es hat auch mit den Menschen zu tun, die es ausrichten und besuchen, mit Ort und Thema, falls es ein Thema gibt, und natürlich mit meiner Tagesform.
Aber es gibt drei Formate, von denen ich inzwischen weiß, dass sie mich mehr stressen als weiterbringen. Und das sind:
Nr. 1 Speeddating – Stress im Dreiminutentakt und keine Zeit für Tiefe!
Speeddating sieht meistens so aus: Es sind Stühle in zwei Reihen aufgestellt. Die Teilnehmenden sitzen sich auf den Stühlen gegenüber. Du sprichst mit der Person, die dir gegenüber sitzt, aber nur kurz! Nach einer vorgegebenen Zeit (3 Minuten zum Beispiel) ertönt ein Signal und eine der beiden Reihen rutscht einen Platz weiter. So bekommst du eine neue Gesprächspartner*in.
So ein Speeddating kann anders heißen oder die Sitzplätze sind vielleicht in Tischgruppen angeordnet, statt in Reihen. Aber solange du in vorgegebenen Zeitabständen den Platz wechselst und dich neuen Gesprächspartner*innen stellst, ist es in meinen Augen ein Speeddating.
Mein Problem damit: Als Introvertierte brauche ich Zeit. Zeit im Gespräch, um mein Gegenüber wahrzunehmen und Vertrauen zu fassen. Zeit nach dem Gespräch, um Eindrücke zu verarbeiten. Ich wünsche mir Tiefe, die in diesen Ultrakurzgesprächen oft nicht möglich ist. Und ich möchte selbst entscheiden, mit wem, wann und wie lange ich mich unterhalte. Speeddating ist mir viel zu starr, ich fühle mich darin gefangen!
Nr. 2 Alle müssen der Reihe nach etwas sagen – du hast diese eine Chance, jetzt bloß nicht versagen!
Stell dir vor: Du sitzt mit 20 dir unbekannten Menschen um einen Tisch. Die Organisatorin schlägt mit der Gabel an ihr Sektglas und sagt: „Jetzt stellt sich jede von euch vor und erzählt von einem Hell-Yes-Moment!“ Dann geht es los: 20 Menschen, die von sich erzählen und für ihre Hell-Yes-Momente überschwänglich gefeiert werden. Ich weiß nicht, wie du das siehst, aber für mich war es der reinste Alptraum. Warum?
- Als introvertierter und eher zurückhaltender Mensch gehöre ich nicht zu den ersten, die sich melden, sondern eher zu den letzten.
- Während ich den anderen zuhöre, trage ich einen inneren Kampf aus: Höre ich zu, schenke den Sprechenden Respekt und Aufmerksamkeit und kriege wirklich mit, was sie sagen? Oder bereite ich innerlich vor, was ich sagen will? Beides gleichzeitig geht nicht!
- Die Formuelierung „Hell-Yes-Moment“ und dieses überschwängliche Feiern kommen mir unauthentisch vor. Ich habe einen inneren Widerstand.
- Nach jeder Sprecherin überlege ich: Soll ich jetzt? Dann ist jemand anders schneller und ich nehme meinen inneren Kampf wieder auf. Ich entscheide mich 3x um, was ich sagen will. Diese inneren Prozesse verbrauchen meine Energie.
- Am Ende entscheide ich mich für eine eher kleine, alltägliche Sache. Das überschwängliche Feiern, das auch mich dann trifft, fühlt sich falsch an. Ich fühle mich nicht verstanden und nicht wirklich gesehen. Aber meine Chance ist vertan, ich kann nichts mehr daran ändern.
Diese Veranstaltung war ein extremes Beispiel von „alle müssen etwas sagen“, weil es eine große Runde war und weil es der Hauptprogrammpunkt war. Kleinere Elemente, wie z. B. Vorstellungsrunden sind für mich ok – ich weiß aber, dass sie für viele Introvertierte richtig schwierig sind.
Nr. 3 Keine Struktur, nur Small Talk – wo stelle ich mich dazu?
Das waren zwei Beispiele, bei denen es sehr starre Strukturvorgaben gab. Das Gegenteil ist eine Veranstaltung ohne Struktur: Einfach ein Raum voller Menschen, lauter kleine Grüppchen, die zusammenstehen oder -sitzen und – natürlich – alle schon ins Gespräch vertieft scheinen. Diese Art Netzwerktreffen würde ich den ersten beiden jederzeit vorziehen. Aber einfach finde ich sie nicht. Denn hier stellen sich große Fragen für mich als Introvertierte:
- Wo möchte ich mich dazustellen? Wer interessiert mich oder ist mir sympathisch?
- Wo bin ich willkommen? Ich will nicht stören, wenn jemand gerade mitten in einem Gespräch ist.
- Wie mache ich auf mich aufmerksam? Wie komme ich dazwischen?
- Will ich gerade im Kontakt oder für mich sein?
- Darf ich hier einfach für mich sein? Wirkt das nicht komisch?
Diese Fragen machen es für mich anstrengend, über längere Zeit an einem unstrukturierten Netzwerken teilzunehmen. Ich spüre dann so sehr die Erwartung, auf Menschen zuzugehen und irgendwo dazuzugehören, dass es mir schwerfällt, mich selbst zu spüren. Und das macht nicht nur, dass ich gestresst bin, sondern auch, dass sich der Kontakt nicht wirklich echt und sicher anfühlt.
3 Netzwerkformate, die für mich als Introvertierte gut funktionieren
Nr. 1 Netzwerktreffen in kleiner, beständiger Runde
Kleine Netzwerktreffen mit zwei bis zwölf Personen liebe ich. Ganz besonders, wenn Menschen dabei sind, die ich schon kenne! Ich erlebe das z. B. bei den regelmäßigen Netzwerktreffen der Wegebegleiter:innen in Münster, das ist das Institut, wo ich bis vor Kurzem die Räume für mein 1:1 Sprechtraining gemietet habe. Diese Treffen sind klein, informell und vertraut. Sie beinhalten oft einen Impuls, also dass eine von uns etwas aus ihrer Arbeit vorstellt. Und manchmal bringen Einzelne Fragen ein, die sie in ihrer Selbstständigkeit gerade beschäftigen.
In diesem Rahmen fällt es mir leicht, in den Austausch zu kommen. Ich kann mich zeigen und fühle mich gesehen und geschätzt. Oftmals entwickelt sich daraus sogar ein Austausch, der über die Netzwerktreffen hinausgeht.
Nr. 2 Netzwerkfrühstück – sehr frei und trotzdem irgendwie strukturiert
Ja tatsächlich, Netzwerkfrühstücke ohne weitere Programmpunkte mag ich auch. Komischerweise empfinde ich sie ganz anders als die oben beschriebenen unstrukturierten Netzwerktreffen. Ich glaube, der Grund ist: Zusammen zu frühstücken, ist schon eine Struktur!
Ein Netzwerkfrühstück in Münster, das ich gerne mag, ist das Women´s Empowerment Breakfast von REACH. Hier gibt es ein Frühstücksbuffet und verschiedene kleine Sitzgruppen und Bereiche, wo man sich aufhalten kann. Man kommt an, wird freundlich begrüßt und kann dann als erstes zum Buffet gehen. Dann sucht man sich ein Grüppchen – und irgendwie fällt mir das durch die Anwesenheit des Frühstücks hier ungleich leichter ☺️
Meine Ideen, warum das so ist:
- Das Essen ist ein Gesprächsanlass: „Hast du das schon probiert?“ „Weißt du, ob es hier irgendwo Tee gibt?“ „Oh nein, ich habe das Besteckt vergessen!“ Es lockert auf und verbindet!
- Wenn ich aus einem Gespräch herauswill, kann ich immer sagen: Ich gehe nochmal zum Buffet. Exitstrategien sind sehr wichtig für Introvertierte, weil uns ein Gespräch, in dem wir uns nicht wohlfühlen, so viel Energie rauben kann.
- Durch die Gänge zum Buffet bleibe ich in Bewegung. Ich spreche mit verschiedenen Menschen und halte mich an verschiedenen Orten auf. Aber: Das ergibt sich organisch und nicht aus irgendwelchen Erwartungen heraus.
Nr. 3 Der überraschende Gewinner: Barcamps!
Dass ich Barcamps mag, fand ich anfangs echt überraschend. Aber ich habe jetzt schon mehrere mitgemacht und es hat jedes Mal ausgezeichnet funktioniert!
Ein Barcamp ist eine „Unkonferenz“, also eine Konferenz ohne vorgeplantes Programm, die zu einem großen Teil von den Teilnehmenden gestaltet wird. Meistens gibt es eine Organisator*in, die sich um die Räumlichkeiten und die grobe Struktur kümmert, und eine Moderator*in – das kann auch dieselbe Person sein. Das Barcamp beginnt mit einem moderierten Auftakt: Hier stellen die Teilnehmenden ihre Themen vor, zu denen sie Workshops, Vorträge oder Austauschrunden anbieten wollen. Und dann entsteht das Programm: Mehrere Sessions gleichzeitig in verschiedenen Räumen, meist mehrere Runden, mit Pausen dazwischen. Und zum Schluss gibt es wieder eine gemeinsame, moderierte Abschlussession.
Klingt viel? Ist es auch! Die Barcamps, die ich besucht habe, gingen alle einen ganzen Tag. Deshalb hatte ich auch Bedenken vor meinem ersten Barcamp. Ein ganzer Tag mit lauter unbekannten Menschen und die ganze Zeit Gespräche führen, das klang anstrengend. War es aber nicht!
Deshalb funktionieren Barcamps super für mich:
- Es gibt eine klare Struktur, in der ich mich frei bewegen kann. Es ist nämlich vollkommen ok, bei einem Barcamp zwischendurch mal rauszugehen, um eine Pause zu machen oder von einer Session in die andere zu wechseln. Das wird sogar explizit ermutigt!
- Es gibt viel thematischen Austausch und wenig Small Talk. Durch die Sessions lerne ich die Teilnehmer*innen kennen und kriege mit, was sie beschäftigt. So finden sich ganz schnell gemeinsame Interessen und wir können in die Tiefe gehen.
- Die Sessions drehen sich um Themen, die jemandem wichtig sind. Dadurch bekommt man bei einem Barcamp ganz viel Herzblut und Leidenschaft zu spüren. Und das gibt Energie!
- Alle können sich beteiligen – mit einer eigenen Session oder mit Gesprächsbeiträgen in den Sessions. Deshalb empfinde ich das Barcamp als ein demokratisches Format, in dem Beteiligung wirklich erwünscht und leicht ist.
Eine eigene Session anzubieten, habe ich mich bei meinem ersten Barcamp noch nicht getraut. Ich hatte auch keine Kapazitäten dafür, weil ich an der Organisation beteiligt war – aber das ist eine andere Geschichte. Doch jetzt, im April 2026, komme ich von einem großartigen Barcamp, bei dem ich mich getraut habe 😊 Es war das Live-Treffen-Barcamp des Blogkurses „The Content Society“ von Judith Peters. Hier war so eine Vielfalt an spannenden Themen und Persönlichkeiten vertreten, dass ich sofort wusste: Ja! Ich will auch. Und so gab es von mir eine Session zum Thema „Vor Menschen reden mit mehr Ruhe & Gelassenheit“.

Was wir als Introvertierte selbst tun können, damit uns das Netzwerken leichter fällt
Wie du siehst, habe ich in den letzten Jahren einiges an Netzwerktreffen ausprobiert. Und bei jeder Veranstaltung – egal, ob sie mir schwer oder leicht fiel – habe ich etwas über das Netzwerken als Introvertierte gelernt.
Lieber wenige intensive Kontakte als viele schnelle
Auf den Netzwerktreffen, die für mich gut funktionieren, ist es oft so, dass ich mit einzelnen Personen sehr intensiv ins Gespräch komme. Das genieße ich total, und dann tausche ich auch gerne Kontaktdaten aus – weil ich wirklich Lust habe, mit der Person in Kontakt zu bleiben. Während andere bei so einem Treffen einen Haufen Kontakte sammeln, habe ich ein, zwei oder drei – und das ist in Ordnung so. Denn diese Menschen bleiben mir wirklich im Gedächtnis. Uns verbindet etwas.
Oft entstehen diese Gespräche übrigens am Rand des Treffens – dort, wo es etwas ruhiger ist. Also zum Beispiel im Garten, in einer ruhigen Ecke oder auch am Ende, wenn das Programm vorbei ist. Ja, du hast richtig gehört: Ich bleibe bei Netzwerktreffen manchmal länger. Am Ende, wenn alles ruhiger wird, komme ich in den Flow und fange an, im Gespräch die Zeit zu vergessen ☺️
Unsichere Momente aushalten, sie gehen vorbei
Zwischendurch gibt es bei den meisten Netzwerkevents Momente, in denen ich mich unsicher fühle. In denen ich allein und unschlüssig dastehe, überlege: Wo gehe ich jetzt hin? Was will ich? Was kann ich? Wer bin ich?
Hier ist die Angst, öffentlich allein zu sein im Spiel. Die Angst, übrig zu bleiben und nirgends dazuzugehören (so wie früher in der Schule, im Sportunterricht oder bei der Zimmerverteilung auf Klassenfahrt). Ich glaube, was mir dann am meisten hilft, ist: Mir sowohl das Gefühl, als auch das Zögern zu erlauben. Ich sage mir innerlich: „Es ist ok, dass du grad kurz alleine bist. Auch wenn es sich unbequem anfühlt. Du musst nicht sofort entscheiden. Bleib einfach kurz hier stehen und überlege, wonach dir ist.“
Meistens kommt dann ein Impuls: Woanders hingehen. Einen Tee holen. Rausgehen. Jemanden anschauen. Oder einfach hierbleiben und beobachten.
Manchmal spüre ich in solchen Momenten: Ich will gerade nirgendwo dazu. Ich brauche eine Pause von den Gesprächen. Und dann ist es völlig ok, allein zu sein.
Kleine Pausen einlegen
Als Introvertierte brauchen wir Pausen vom Netzwerken. Wir brauchen sie, um Eindrücke zu verarbeiten, um den Kontakt zu unserem Inneren wiederherzustellen, und um uns zu entspannen.
Eine unruhige Umgebung mit vielen Menschen ist für viele Introvertierte stressig. Es prasseln viele Reize auf uns ein und es ist eine Umgebung, die schwer zu überblicken und noch weniger zu kontrollieren ist. Dadurch kommt unser Nervensystem, das besonders viel Wert auf Ruhe und Sicherheit legt, in einen Zustand erhöhter Wachsamkeit. Eine physische und psychische Anspannung, die sich zum Beispiel in Herzklopfen, Unruhe, Nackenschmerzen, einem eingefrorenen Lächeln oder einem inneren Vibrieren äußern kann.
Deshalb ist es so wichtig, dass wir uns Pausen erlauben. Auch wenn wir mehr Pausen brauchen, als die Menschen um uns herum! Wir haben eben unterschiedliche Bedürfnisse, und während extravertierte Menschen in so einer Situation ihre Energiereserven wieder aufladen, werden unsere verbraucht.
Kleine Pausen bei einem Netzwerkevent könnten zum Beispiel so aussehen:
- einen Moment vor die Tür gehen oder sogar einen kleinen Spaziergang machen (je nach Lage und Länge des Events)
- dir einen ruhigen Platz suchen und einen Moment ohne schlechtes Gewissen alleine sein (das mit dem Gewissen ist Übungssache)
- dich ein bisschen im Gebäude umschauen
- aufs Klo gehen (heißt ja nicht umsonst „restroom“, oder?)
Gleichgesinnte finden: Wer fühlt wie ich?
Manchmal entdecke ich in meinen Pausen, wenn ich draußen bin oder vom Rand aus beobachte, Menschen, die es genauso machen. Das tut mir immer gut, weil ich merke: Ich bin nicht alleine.
Bei meinem letzten Netzwerktreffen kam ich draußen mit einer Frau ins Gespräch. Genau wie sie, hatte ich mich zurückgezogen, um ein bisschen Ruhe zu finden. Es war schön und berührend, wie wir beide uns vortasteten: Zugaben, dass es uns drinnen zu wuselig war, merkten, dass wir uns nicht dafür bewerteten, froh waren und die Gemeinsamkeit erkannten ☺️
Auch im Gewusel kann das eine schöne Perspektive sein: Den Blick von dir selbst und deinen Gefühlen auf die Umgebung lenken. Schauen: Wer wirkt noch unschlüssig oder allein? Wer würde sich vielleicht über etwas Gesellschaft freuen? Und diese Person freundlich ansprechen.
Unsere introvertierten Netzwerk-Stärken
Weil das Netzwerken für uns herausfordernd sind, liegt der Gedanke nahe, dass wir es nicht gut können. Das würde ich aber gar nicht so sagen! Ich bin überzeugt, dass wir, wenn wir auf unseren Energiehaushalt achten und uns erlauben, es auf unsere Art zu machen, richtig gute Netzwerker*innen sein können.
Was uns dabei hilft? Na klaro, unsere introvertierten Stärken! Besonders diese hier:
- Empathie: Du kannst dich in andere Menschen hineinversetzen und erfasst schnell, wie es ihnen geht. Menschen fühlen sich von dir verstanden.
- Zuhören: Du hörst wirklich zu. Das macht einen Unterschied, weil manch andere nur auf ihr Stichwort lauschen, mit dem sie dann wieder zu ihrem Thema überleiten können.
- Ruhe: Du strahlst Ruhe aus und hast eine beruhigende Wirkung auf andere. Das kann wohltuend sein – gerade für quirlige Menschen.
- Menschen verbinden: Viele Introvertierte stehen zwar nicht gerne im Mittelpunkt, sind aber gut darin, andere Menschen zu vernetzen!
- Hilfsbereitschaft: Das ist in meinen Augen eine große Stärke beim Netzwerken. Introvertierte haben oft eine sehr kooperative Haltung. Sie stellen ihr Wissen gerne zur Verfügung und freuen sich, wenn sie jemandem weiterhelfen können. Für Konkurrenz- oder Statusgedanken sind sie weniger anfällig.
- Offenheit: Viele Introvertierte wissen, wie es ist, vorschnell beurteilt oder unterschätzt zu werden. Sie hören erstmal zu, fragen erstmal nach, bevor sie ein Urteil fällen, und sie sind meist auch bereit, ihre Meinung zu ändern, wenn sie auf neue, bessere Argumente stoßen.
Fazit: Netzwerken als Introvertierte ist möglich – und kann sogar Spaß machen!
Es wird möglich, wenn wir uns erlauben, es auf unsere Art zu machen: ruhiger, langsamer und intensiver. Ja, dann kann es wirklich Spaß machen!
Mir persönlich macht es aber am meisten Spaß, wenn es themenbezogen ist. Wenn ich, wie bei einem Barcamp, in neue Themen eintauchen und Menschen über die Themen, die sie begeistern kennenlernen kann. Dann wird das Netzwerken plötzlich so leicht, dass es sich gar nicht mehr wie Netzwerken anfühlt 😉





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