Jahresrückblick 2022: Mein Wirken als Kommunikationspädagogin beginnt (so richtig)

von | Dez 20, 2022 | Rückblicke | 12 Kommentare

2022 ging es bei mir so richtig los – das kann man wirklich sagen! Ich bin zwar schon seit 2021 selbstständig, habe am Anfang aber hauptsächlich als Kulturmanagerin gearbeitet. Mit meiner Selbstständigkeit als Sprecherin & Kommunikationspädagogin stand ich noch ganz am Anfang.

2022 habe ich dann Nägel mit Köpfen gemacht: ich habe neue Formate ausprobiert und meine ersten 1:1 Angebote eingeführt. Das war ein spannender Prozess, bei dem ich viel Neues gelernt, Freude empfunden und hier und da meine Grenzen gespürt habe.

Drumherum ist auch einiges passiert: unsere Hochzeitsreise nach Island konnte endlich stattfinden und ich habe eine neue Leidenschaft (das Bloggen) entdeckt.

Meine Ziele für 2022 und was daraus geworden ist

2022 wollte ich…

  • mich als Sprecherin etablieren und regelmäßig Aufträge bekommen. – Ich wurde tatsächlich ein paar Mal gebucht, meist für Lesungen und einmal für ein Voice-Over. Aber das kam seltener vor, als ich mir erhofft hatte, und die Anfragen kamen ausschließlich von Bekannten. Ein guter Anfang, aber ganz erreicht habe ich mein Ziel noch nicht.
  • Klarheit über Angebot und Zielgruppe im Bereich Kommunikation bekommen. – Das habe ich geschafft! Ich helfe stillen und zurückhaltenden Menschen, ihre Stärken in der Kommunikation zu entdecken, und zwar vor allem durch 1:1 Trainings.
  • ins Tun kommen und als Kommunikationspädagogin tätig werden. – Ja, das habe ich auch geschafft. Ich habe in diesem Jahr 7 Probetrainings und 19 bezahlte 1:1 Trainings gegeben. Von meinem Plan, ein Online-Seminar durchzuführen, habe ich dagegen Abstand genommen.
  • meinen Newsletter starten und die ersten 100 Abonnent*innen gewinnen. – Gestartet bin ich im März, seit September verschicke ich meinen Newsletter regelmäßig und über meine 22 Abonnent*innen bin ich sehr glücklich 🙂
  • mich weiterbilden, vor allem in den Bereichen Stimme, Kommunikation und Coaching/Training. – Auch das habe ich gemacht! Weiter unten berichte ich davon.
  • lernen, mich zu entspannen und wirklich abzuschalten. – Das fällt mir immer noch schwer, aber ich werde besser. Urlaub ist für mich wirklich Urlaub und Wochenende (meistens) Wochenende. Nur Abends wollen die Gedanken oft nicht aufhören, durch meinen Kopf zu rennen.

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Mein Jahresrückblick 2022

1. Ein neues Jahr bringt neue Gewohnheiten

In den ersten Monaten von 2022 habe ich viel über neue Routinen nachgedacht. Ich habe überlegt, wie meine Tage aussehen sollen:

  • Wann arbeite ich?
  • Wann und wie oft mache ich Pause?
  • Was brauche ich überhaupt, damit es mir gut geht?

Dann habe ich verschiedene Sachen ausprobiert. Feste Zeiteinteilungen sind (für mich) nicht der Weg und dauerhaftes Frühaufstehen auch nicht. Aber zwei kleine Gewohnheiten haben sich durchgesetzt: meine Mini-Morgenroutine und mein täglicher Spaziergang.

Oktober 2022: Spazieren gehen am Aasee in Münster.

Meine Mini-Morgenroutine

Ehrlich gesagt, habe ich schon öfter probiert, mir eine Morgenroutine anzugewöhnen. Das waren dann meistens ziemlich aufwändige Abfolgen, die ich nicht lange durchhalten konnte. Aber dann bin ich auf diesen Tipp gestoßen: Fang mit etwas ganz kleinem an und verknüpfe es mit einer Tätigkeit, die Du sowieso jeden Tag machst. Dann ist es leichter, die Gewohnheit wirklich dauerhaft zu etablieren. Beispiel für eine solche Tätigkeit: Kaffe kochen, oder Tee.

Perfekt! Daraus wurde meine neue Mini-Morgenroutine:

  1. Aufstehen
  2. erstmal Fenster auf – Luft reinlassen
  3. In die Küche, Radio an und Teekessel auf den Herd
  4. Die Zeit in der das Teewasser heiß wird, nutze ich, um mich zu lockern: meistens schüttel ich mich einmal komplett durch. So komme ich bei mir an, spüre meinen Körper und werde wach.
  5. Frühstück machen
  6. Frühstücken und Tee trinken (am liebsten auf dem Teppich – aber das ist flexibel)
Ich stehe in einem hellen Raum mit großen Fenstern und schüttel mich - das lockert die Stimme!

Schüttel like nobody´s watching! Foto: Ingrid Hagenhenrich

Das mache ich mal mehr, mal weniger intensiv – an manchen Tagen ist es nur ein kurzes Schütteln und dann mache ich mir schnell Frühstück, weil ich ich nich länger warten will. Oder ich merke: ich will heute ruhiger starten. Aber an anderen Tagen tut es mir richtig gut und ich dehne es aus oder hänge noch eine kleine Yoga-Session hintendran.

Diese Flexibilität ist mir wichtig, denn ich mich eingezwängt fühle, verliere ich sofort die Lust. Da kommen meine Werte Freude und Selbstbestimmung zum Tragen.

Spazieren bei (fast) jedem Wetter

Nach dem Frühstück arbeite ich eine Runde, und dann, am Vormittag oder gegen Mittag, gehe ich raus. Einfach so! Egal, ob ich viel geschafft habe oder ganz wenig. Es tut mir gut, vom Schreibtisch wegzukommen, meinen Blick in die Ferne schweifen zu lassen und mich zu bewegen. Dabei werde ich wach und gewinne Abstand. Manchmal kommen mir unterwegs sogar neue Ideen.

Übrigens finde ich es gar nicht schlimm, immer wieder dieselben Wege zu gehen. Je nach Jahreszeit und Wetterlage sehen meine Lieblingsorte nämlich ganz unterschiedlich aus. Diese feinen Veränderungen zu bemerken, gefällt mir sehr. Schließlich rede ich ja auch gerne über das Wetter 😉

Der Aasee im Mai – dann mag ich die Farben und das Licht am liebsten.

Auch beim Spazieren gehen gilt: Wenn ich viel Energie habe, gehe ich eine größere Runde, wenn mir nicht danach ist, nur eine ganz kleine. Ich glaube, das ist meine wichtigste Erkenntnis beim Thema Gewohnheiten: sie funktionieren für mich nur mit viel Freiheit und ohne Druck.

2. Sanft sein mit meiner Stimme

Ende 2020 bekam ich einen Auftrag. Auszuführen im Januar 2021. Ich sollte das Voice-Over für zwei kurze Erklärfilmchen sprechen. Yess! Das war genau die Art von Aufgabe, die ich mir wünschte. Ich freute mich. Aber als es dann so weit war und ich zu Hause in meinem kleinen, selbst eingerichteten Home-Studio stand, war es schwer. Viel schwerer, als ich gedacht hatte!

Hier nehme ich auf. Der Raumklang wird durch die verschiedenen Oberflächen angenehm gedämpft.

Meine erste Sprechblockade

Ich kam nicht rein. Mochte den Klang meiner Stimme nicht. Es fühlte sich künstlich an, mir taten schon nach 5 Minuten Füße und Rücken weh und alles verspannte sich. Hilfe!

Was war da los? Kam es, weil ich alleine war, keine Tonregie und niemand, den ich fragen konnte, ob das jetzt so ok war? Fehlte mir die anregende, spannungssteigernde Wirkung des Aufgeregtseins? Oder war mit mir, mit meiner Stimme irgendwas los?

Ich ging zu meiner Stimmtrainerin und bei ihr floss alles. Ich ging nach Hause, um aufzunehmen, und war blockiert. In meinem Kopf kreisten die Gedanken: „Warum klappt das nicht? Du hast das doch gelernt. Du müsstest das doch mit links hinkriegen.“ Und je mehr die Gedanken kreisten, desto mehr blockierte meine Stimme.

Die erste Aufnahme brauchte gefühlte 100 Takes, bis ich zufrieden war. Bei der zweiten ging es zum Glück schon ein bisschen leichter. Der Text war lockerer geschrieben und ich wusste jetzt, dass ich es schaffen kann. Ein Teil meiner Blockade löste sich im Tun, und inzwischen bin ich sogar so zufrieden, dass ich es Dir zeigen mag:

SELF & SOUND von Isabell Honig

Aber so ganz hatte ich mich noch nicht von meinem Stimm-Schreck erholt. Auf der Suche nach neuen Impulsen zum Thema Stimme fand ich das Gruppenprogramm SELF & SOUND von Isabell Honig. Erst zögerte ich noch, weil es ein ganz offenes Angebot war und keines, das sich an Expert*innen richtet. Aber es zog mich an und ich merkte schnell, dass meine Entscheidung richtig war.

Hier lief so einiges anders, als ich das bisher kannte:

  • keine Bewertungen meiner Stimme und meines Sprechens von außen
  • wenige Übungen, die aber mit viel Zeit zum Spüren und Reflektieren
  • Impulse, Raum und Austausch über die Innenseite meiner Stimme – die Erlebnisse, Ängste und Sehnsüchte, die mich und mit mir meine Stimme prägen

Da das ganze online stattfand, konnte ich bei den Übungen einfach Ton und Video ausstellen. Dann war ich alleine mit meinem Klang. Frei und leicht und tief fühlte sich das an, und meine Stimme und ich haben wieder Kontakt aufgenommen. Jetzt merkte ich erst, wie viel Druck ich mir selber gemacht, hatte. Von meinem ursprünglichen Antrieb, der Freude am Sprechen, hatte ich mich weit entfernt.

Durch Isabell begann ich, meiner Stimme sanfter zu begegnen und mir nicht gleich Vorwürfe zu machen, wenn es mal nicht so klappte. Stattdessen frage ich mich jetzt:

  • „Was zeigt sich mir da, was will da zum Ausdruck kommen?“
  • „Was täte mir jetzt gut?“

Außerdem haben wir mit vielen coolen Vorstellungsbildern gearbeitet, was meine kreative Seite angeregt hat. So kam die Freude zurück, und ich habe einiges an neuen Übungen gelernt. 

Spüren, ohne gleich was verändern zu wollen – darum geht´s und das kann verdammt schwierig sein! Foto: Ingrid Hagenhenrich

Im Lauf des Jahres bin ich dann auch den Fuß- und Rückenschmerzen auf die Schliche gekommen, die sich beim Einsprechen im Stehen so schnell einstellten. Ich beschäftige mich mit meiner Körperhaltung und suche nach Wegen, um auch im Alltag die Lockerheit und Durchlässigkeit zu bewahren, die ich als Sprecherin brauche, und mit der ich mich wohlfühle. Dabei hilft mir unter anderem auch meine Schüttelroutine.

3. 1:1 Training – ein lang gehegter Wunsch

Früher, neben meinem Studium, habe ich Kommunikationsseminare für Gruppen gegeben. Das war oft anstrengend für mich und ich habe immer wieder gedacht:

„Irgendwann probiere ich mal 1:1 Trainings aus. Vielleicht ist das eher mein Ding.“

Genau das habe ich in diesem Jahr gewagt! Es war mein erklärtes Ziel, das Format auszuprobieren und, wenn es mir gefällt, auch einzuführen.

Erstmal gründlich testen!

Die Testphase sollte von Anfang Januar bis Ende März dauern. Ich setzte eine Anzeige in die nadann, das ist hier das lokale Magazin für Kleinanzeigen und Veranstaltungen, und wartete. Diesen Text habe ich Ende Januar/Anfang Februar dort veröffentlicht:

„Mutig & gelassen in der Kommunikation, auch wenn Du aufgeregt bist. Klingt das gut? Tausche 1:1 Kommunikationstraining gegen Feedback.“

Und tatsächlich, es meldeten sich Interessent*innen! Insgesamt habe ich im Februar/März 2022 sieben Probetrainings gegeben. Die meisten fanden online statt, aber manche Kund*innen wünschten sich ein Training vor Ort, also begann ich die Suche nach einem Raum, den ich stundenweise anmieten könnte. Den fand ich bei den Wegebegleiter:innen, in der Hochstr. 2 in Münster. 

Das ist der Coaching-Raum der Wegebegleiter:innen. Es gibt auch einen großen Seminarraum, den ich für bewegungsintensive Sprechtrainings nutze.

Das ist genau mein Ding!

In der Testphase merkte ich schnell: 1:1 Training ist so was von mein Ding! Ich genieße es, mich voll und ganz auf eine Person einzulassen. Die Vorbereitung fällt mir leicht und ich finde es toll, dass ich während des Trainings spontan auf die Bedürfnisse meiner Kund*innen eingehen kann. Das fordert mich zwar – aber mit der tiefen Erschöpfung, die ich von den Seminaren kenne, ist es überhaupt nicht zu vergleichen. Im Gegenteil: oft komme ich aus dem Training und fühlte mich hellwach und euphorisiert.

Das war Ende Mai – nach einem meiner ersten bezahlten Trainings.

Aber zu meinen Bedingungen!

Nur eine Sache möchte ich nicht wiederholen: Ein Kunde schlug mir vor, das Probetraining bei ihm auf der Arbeit zu machen. Er war Arzt und wollte das Gespräch mit seinen Patient*innen verbessern. Ich dachte zuerst, es sei eine gute Idee, sich in seiner Praxis zu treffen, merkte dann aber schnell, dass ich mich dort nicht wohlfühlte. Ich war in dem Raum einfach fremd – wusste nicht, wo was war und hatte keine Möglichkeit, ihn zu gestalten.

Bei den Wegebegleiter*innen ist das ganz anders. Dort bin ich Gastgeberin, biete meinen Kund*innen Tee an und bereite den Raum so vor, wie ich es brauche. Das gibt mir ein Gefühl der Ruhe und Sicherheit, das sich auf meine Kund*innen überträgt.

4. Ein Blog erscheint am Horizont

Ich habe Dir ja schon von Isabells Programm SELF & SOUND erzählt. In der letzten Sitzung sollten wir uns unsere Sichtbarkeit als Weg vorstellen. Dann stellte sie uns Fragen: „Wo bist Du gerade, auf Deinem Weg? Was ist um Dich herum? Was liegt schon hinter Dir?“ und vor allem: „Was taucht in der Ferne am Horizont auf?“

Die Antwort war mir sofort klar: „Da ist ein Blog am Horizont! Ein eigener Kanal, der wirklich mir gehört. Ohne Algorithmen. Ein Ort, an dem ich schreiben kann, was und so viel ich will.“ 

Die Vorbereitungen

Ende Februar fing ich dann an. Ich tat einfach so, als hätte ich schon einen Blog, und schrieb meine zwei Artikel pro Monat. Ich wollte ausprobieren, ob es mir Spaß macht, und ob ich mir vorstellen kann, langfristig dranzubleiben. Zum Glück hatte ich dabei Mim von still & sensibel an meiner Seite. Wir haben uns 2021 in einem Online-Kurs kennengelernt und sind mittlerweile befreundet. Mim hat schon viel Erfahrung im Bloggen und bietet neuerdings sogar eine E-Mail-Beratung für introvertierte Blog-Anfänger*innen an. Mich hat das ungemein ermutigt. Ich konnte alle meine Fragen loswerden und wenn ich mal Zweifel hatte, baute mich Mim wieder auf.

Währenddessen bereitete meine Webdesignerin, Esther Fahrendorf, schonmal alles hier auf der Website vor. Sie baute die Grundstruktur des Blogs und zeigte mir, wie ich meine Artikel einstellen kann. Am 25. Mai war es dann soweit: Mein Blog war online!

Bloggen im Alltag

Tja, und seitdem blogge ich – mitterweile sogar (meistens) einmal pro Woche. Ich versuche mir den Montag grundsätzlich für Content-Dinge freizuhalten, das heißt für meinen Blog und für den Herz & Zunge Podcast. So beginnt die Woche mit etwas ruhigem, das ich genieße 💙

Bloggend, im Hof von meinem Lieblingscafé – ein typischer Montag 😇

Mittlerweile habe ich 33 Blogartikel veröffentlicht. Judith „Sympatexter“ Peters hat mal in einem Reel gesagt, dass man nach 10 Blogartikeln einen ersten Sichtbarkeits-Schub erlebt. Nach 12 bin ich in den Urlaub gefahren und während ich weg war, kamen 3 Anfragen fürs 1:1 Training! Ist das nicht krass? Ich konnte es nicht fassen und bin erholt und begeistert in meine ersten Kennenlerngespräche gestartet.

Deshalb bin ich fest überzeugt, dass das Bloggen meinem Business gut tut. Außerdem macht es mir Freude, und DAS ist das entscheidende Kriterium.

Beim Blick in mein altes Notizbuch von 2018 habe ich übrigens festgestellt, dass ich schon damas von einem Blog über Kommunikation geträumt habe. Das hatte ich allerdings vollkommen vergessen!

5. Endlich zurück nach Island

Als mein Mann und ich geheiratet haben, war an die Hochzeitsreise nach Island nicht zu denken. Es war 2021 und wir mussten unsere Hochzeitsfeier noch auf drei Haushalte begrenzen. Aber in diesem Jahr hat es geklappt!

Wiedersehen mit Reykjavík

Am 2.Juli sind wir losgeflogen – mit 4,5 Stunden Wartezeit in der Security-Schlange, schmerzenden Füßen und 45 Minuten Verspätung. Mann, waren wir froh, dass der Pilot auf uns gewartet hatte! Spät Abends kamen wir dann in Reykjavík an. Unsere Unterkunft lag in der Nähe der Innenstadt und es war noch hell. Deshalb haben wir gleich noch einen Willkommensspaziergang gemacht.

Da siehst Du einen Teich, mit Enten drauf. Im Wasser steht eine Statue (Mädchen, Nixe) und auf der gegenüberliegenden Seite sind Häuser und eine Kirche. Alles ist in warme Abendsonne getaucht.

Tjörninn – der Stadtteich von Reykjavík an unserem ersten Abend.

Für mich war es wunderbar, wieder in Reykjavík zu sein. 2016 hatte ich ganze vier Wochen hier verbracht. Ich nahm an der Summer School of modern Icelandic an der Uni in Reykjavík teil, lernte Isländisch und fühlte mich pudelwohl. Jetzt wollte ich erstmal meine Lieblingsorte wiedersehen und meinem Mann einige zeigen, die er noch nicht kannte.

Ich habe aber auch einen neuen Lieblingsplatz entdeckt! Wir gingen gerade an der Küste entlang und waren tief in Gedanken. Wir hatten nämlich festgestellt, dass unsere Kreditkarte kaputtgegangen war – und das im Urlaub, in einem fremden Land, und wir wollten doch am nächsten Tag unser Mietauto abholen! Während wir am Meer entlangstiefelten, führten wir Krisengespräche und riefen bei englischsprachigen Hotlines an. Irgendwann wussten wir immerhin, dass das mit dem Auto wohl trotzdem klappen würde. Wir beruhigten uns etwas. Und dann fanden wir diese Schaukel:

Sie mag unscheinbar aussehen, aber für mich war sie wunderschön. Meine Sorgen waren sofort vergessen!

Der östliche Rand der Westfjorde

Am nächsten Morgen ging es dann los: Mit dem Mietauto in nord-nordwestlicher Richtung bis nach Hólmavík, an den östlichsten Rand der Westfjorde. Hier lebten wir für zwei Tage in einem ehemaligen Bauernhaus aus Holz und durften die Hündin Loppa auf ihren Spaziergängen begleiten.

In dem weißen Haus haben wir gewohnt. Ist die Weite nicht wunderbar?

Von Hólmavík haben wir einen Ausflug in die ehemalige Heringsfabrik von Djúpavík gemacht. Dort gab es in den 30-er und 40-er Jahren einen Heringsboom. Im Sommer kamen die Fische in riesigen Schwärmen in die Bucht und viele Isländer reisten nach Djúpavík, um den Sommer über in der Fabrik zu arbeiten. Aber mit der Zeit wurden die Heringsschwärme kleiner, und 1954 musste die Fabrik schließen. Heute gibt es dort ein Hotel mit Café, und in den alten Fabrikhallen wird Kunst ausgestellt.

Auf dem Heimweg kamen wir dann durch Drangsnes. In diesem kleinen Ort an der Landstraße gibt es einen öffentlichen Pool mit Blick auf den Fjord. Zum Umziehen und Duschen geht man in eine Kabine auf der anderen Straßenseite. Dann einmal kurz barfuß, in Schwimmsachen über Asphalt und Schotter laufen (piksig! kalt!) und im warmen Wasser entspannen.

Der Höhepunkt des Tages: die Drangsnes Hot Pots.

Wale im Norden und Rückkehr

Danach erkundeten wir die Nordküste: Blönduós, Akureyri, Húsavík, die Region Mývatn und die Halbinsel Sauðárkrókur. In Húsavík wollten wir mit einem Segelschiff rausfahren und Wale sehen. Es war ein ziemlich windiger Tag und die Tour, die wir gebucht hatten, fiel aus – das Wetter war zu schlecht! Aber am Nachmittag lief dann doch noch ein Schiff aus und die Buckelwale haben sich nach langem Suchen wirklich noch gezeigt!

Blick auf die gegenüberliegenden Berge in der Bucht von Húsavík.

Müde, glücklich und voller Eindrücke kamen wir schließlich wieder in Reykjavík an. Hier hatten wir zum Glück noch knapp zwei Tage Zeit, um die Reise gemütlich ausklingen zu lassen – mit Spaziergängen, weiteren Hot Pots und Tee- und Lesesessions im Plattenladen-Café Tólf Tónar.

Übrigens: wenn Du noch mehr Eindrücke von unserer Reise sehen willst, schau doch mal im Monatsrückblick Juli vorbei 🙂

6. Erste Kund*innen im 1:1 Training

Nach den Ferien ging es dann nochmal konkret um die 1:1 Trainings. Ich hatte sie zwar erfolgreich getestet und bot sie auch schon in einer ersten, ganz einfachen Version, auf meiner Website an. Aber alles andere waren große Fragezeichen:

  • Wie viel kostet ein Training?
  • Hat mein Angebot einen Namen?
  • Wie werbe ich dafür?
  • Brauche ich ein Kalender-Tool für die Anmeldung?
  • Was mache ich an Servicedingen rund um das Training, schreibe ich zum Beispiel hinterher noch eine Zusammenfassung? Bereite ich Aufgaben oder Übungen für zu Hause vor?

Bei den wenigen Trainings, die ich nach meiner Testphase gegeben hatte, konnte ich diese Fragen noch nach Gefühl beantworten. Aber das war anstrengend, denn ich musste jedes Mal aufs Neue überlegen. Also machte ich mich an die Arbeit: Angebote konzipieren, Preise festlegen, Namen ausdenken und erste Texte schreiben.

So entstanden meine beiden 1:1 Angebote: die SanftMut Session als Kommunikationstraining für Introvertierte und das Wort & Stimme Training für Kulturschaffende und Literaturliebhaber*innen, die ihre Lieblingstexte sprechen lernen wollen.

Die Oberfläche eines Sees: türkisgrüner Grund, klares Wasser mit Ringen und ein paar Zweige, die über das Wasser hängen. Im Vordergrund der Text: SanftMut Session.

Wenn Du auf das Bild klickst, kommst Du direkt zur SanfMut Session.

Parallel fanden jetzt erste Kennenlerngespräche statt, aus denen die ersten Trainings hervorgingen. Juhu! Meine ersten SanfMut Sessions waren wunderschön. Im Monatsrückblick August habe ich davon berichtet.

Seitdem bekomme ich allerdings mehr Anfragen für das Wort & Stimme Training. Das hätte ich gar nicht gedacht! In meiner Ausbildung wurde mir nämlich immer gesagt: „Halt dich lieber an die Rhetorik. Mit Sprechkunst kann man kein Geld verdienen.“ Und jetzt war es ausgerechnet das sprechkünstlerische Training, das sich besser verkaufte? Spannend!

Gleichzeitig fordert mich das Wort & Stimme Training auch besonders. Im Bereich Stimme und Sprechkunst bin ich zum ersten Mal so richtig intensiv in der Trainerinnenrolle. Ich merke, dass ich mein Gehör und meinen Übungsfundus noch weiter ausbauen möchte, und denke viel darüber nach, wie Stimme, Wahrnehmung und Ausdruck vermittelt werden können. Gleichzeitig liebe ich diese Arbeit und bin unglaublich dankbar für diesen Lernprozess und meine Kund*innen.

Hier geht´s zum Wort & Stimme Training 🙂

7. Planänderung: ich gebe kein Online-Seminar

2022 wollte ich ein Online-Empowerment-Seminar für Introvertierte entwickeln. Es sollte den Teilnehmenden Raum geben, um sich auszutauschen und zu spüren: ich bin nicht allein.

Gelegenheit, sich selbst besser kennenzulernen und die eigenen Stärken zu entdecken.

Die eigene Kommunikation so weiterzuentwickeln, dass es sich gut und stimmig anfühlt. Klare, selbstbewusste Kommunikation auf Intro-Art.

Das war mein Bildmotiv fürs Empowerment-Seminar, auf der ersten Version meiner Website. Foto: Dierk Seidel


Ein schöner Plan! Ich habe auch angefangen, zu brainstormen, Themen zu sammeln, die ich gerne behandeln wollte. Aber weiter bin ich nicht gekommen.

Rückblickend betrachtet, hatte das drei Gründe:

  1. Ich wollte nicht nur mein Seminar entwickeln. Ich wollte es auch zweimal durchführen (im Frühjahr und im Herbst), mein 1:1 Training starten, mich als Sprecherin etablieren und als Kulturmanagerin einen guten Job machen. Das war zu viel. Viel zu viel.
  2. Als ich meine Selbstständigkeit plante, war Corona. Wer konnte, arbeitete von zu Hause aus. Meetings, Vorträge, Workshops, alles fand online statt. Da lag es nahe, dass auch ich in Online-Angeboten dachte. Aber als ich mit den 1:1 Trainings anfing, merkte ich: meine Kund:innen kommen aus Münster. Viele von ihnen arbeiten gerne in Präsenz und auch mir gefiel es. Kein Wunder –  ich bin doch eigentlich der analoge Typ, der Aufzieh-Uhren und Notizbücher liebt und sich bis vor kurzem noch gegen Smartphones gesträubt hat 😉
  3. Ein Online-Seminar wäre für mich ein riesiger Schritt gewesen. Ich habe früher mit Gruppen in Präsenz gearbeitet, diese Tätigkeit aber bewusst unterbrochen. Also ist es aufregend, mich wieder an Gruppenangebote ranzutasten. Und dann NOCH DAZU online? Das wären zu viele Baustellen auf einmal gewesen.

Deshalb habe ich beschlossen, dass 2022 noch nicht der Moment dafür ist. Wer weiß – vielleicht kommt er ja noch irgendwann. Aber im Augenblick bin ich mit meinem Fokus auf 1:1 in Präsenz sehr glücklich.

8. Erstes Überarbeiten meiner Website

2021, als ich mit meinem Mann loszog, um die ersten Fotos für meine Website zu machen, dachte ich noch: „Vorher musst Du Dir aber die grauen Haare überfärben.“ Gesagt, getan. Aber eigentlich hat es mich genervt, ständig nachfärben zu „müssen“ und nicht einfach so sein zu „können“, wie ich nunmal bin. 2022 kam dann die Entscheidung: ich lasse das Grau jetzt wachsen!

Ich brauche neue Fotos!

Das bedeutete aber auch, dass ich mich in den alten Fotos nicht mehr wiedererkannte. Außerdem hatte ich schon länger den Wunsch, in meinen Bildern und Texten mehr Freude und Abenteuerlust zum Ausdruck zu bringen – meine lebhafte Seite, die ebenso zu mir gehört, wie die ruhige. Ich habe eine Weile mit mir gerungen und mich dann doch getraut: meine allererste professionelle Fotosession.

Da bin ich im Kulturquartier, auf der Suche nach einem schönen Ort für die Fotos – und bin fündig geworden!

Fotografiert werden ist nicht gerade meine Lieblingsbeschäftigung. Es soll Zeiten gegeben haben, da ergriff ich sofort die Flucht, wenn jemand ein Foto machen wollte. Aber meine Fotografin, Ingrid Hagenhenrich und ich hatten ganz schnell eine vertrauensvolle Ebene. So wurde die Fotosession tatsächlich zu einem sehr schönen Erlebnis. Inzwischen kannst Du die Bilder überall auf meiner Website sehen 🙂

Das ist mein Lieblingsbild, weil es für mich so was von Abenteuer hat. Foto: Ingrid Hagenhenrich

Neue Texte und, äääh, wie kommt das dann ins Web?

Außerdem habe ich 2022 eine ganze Menge über das Schreiben von Webseiten gelernt. Ich brauchte neue Unterseiten für meine Angebote und hatte keine Ahnung, wo ich die herkriegen sollte:

  • Was soll ich schreiben?
  • Wie soll ich das aufbauen?
  • Und wie um alles in der Welt kommt das dann auf meine Website?

Aber mit etwas Hilfe und viel Trial and Error habe ich es geschafft! Jetzt kann ich mit dem Divi Theme + Pagebuilder neue Unterseiten erstellen, und meine Webdesignerin musste hinterher nur noch etwas Finetuning betreiben. Definitiv ein Erfolgserlebnis!

Beim Schreiben der Texte hat mir der Text-Erfolg-Kurs von Judith „Sympatexter“ Peters (Bestandteil des „Cräzy Kursbundles) sehr geholfen. Damit habe ich nicht nur neue Angebotsseiten erstellt, sondern auch eine ganz neue Über mich Seite, die meine Arbeitsweise, Werte und Persönlichkeit viiiel besser zum Ausdruck bringt 🙂

9. Endlich wieder Fortbildungen!

Anfang 2022 hatte ich mir vorgenommen, Fortbildungen zu besuchen. In der Corona-Zeit kam das zu kurz – in Präsenz ging es eh nicht, und mir fehlte es an Energie und Zeit, um etwas online zu machen. Dabei mag ich es gerne, in einer Gruppe zu lernen und mich auf neue Themen einzulassen.

Diese Fortbildungen habe ich 2022 besucht:

Ich bin ganz überrascht, WIE viele das sind! Hier kommen noch ein paar Eindrücke von den schönen Orten, an die mich meine Fortbildungen gebracht haben:

Die Moritzburg in Halle. Hier habe ich im Wintersemester 2010/11 studiert und war seitdem nicht mehr dort. Aber ich mag Halle sehr und es war ein schönes Wiedersehen.

Das Open Sky House in Leverkusen, hier fand der „Tag der Stimme“ statt. Dieser Blick in den Innenhof fühlte sich für mich wie ein Tor in eine andere Welt an. Man ging durch eine ganz unauffällige Tür, und plötzlich: Blumen, Bäume, Schatten und Volieren voller Vögel!

Hier bin ich auf dem Weg zu meinem ersten EPQ-Seminar im Oktober.

10. Mein Bühnenjahr: nicht nur auf Brettern!

2022 habe ich nicht nur über die Bühne geschrieben – ich stand auch oft darauf! Meine „Bühnen“ waren zwar nicht immer „richtige“ Bühnen, aber ich habe jedes einzelne Mal genossen. Wenn ich vor Publikum spreche und mich so voll und ganz darauf fokussiere, komme ich in einen besonderen Zustand. Ich fühle mich dann lebendig und voller Energie. Davon wünsche ich mir im nächsten Jahr mindestens genau so viel – wenn nicht mehr 🙂

Zwischen Büchern: Fiktionen

Im Januar ging es los mit unserem Stück „Fiktionen“. Das war eine Produktion von Theater en face, die im Dezember 2021 Premiere gefeiert hatte. Spielort war aber eigentlich gar keine Bühne, sondern die Bibliothek des Philosophikums in der Uni Münster. Das ist ein spannender Raum mit Sandsteinwänden, sehr spitzen Winkeln und natürlich: Büchern 💙

Gleich geht es los! Ich wärme mich noch ein bisschen auf und freue mich über die Spiegelungen, die die Bücherwände noch länger wirken lassen 🙂

Vor meinem ersten Auftritt wartete ich immer in der Abteilung für Klassische Philologie – also bei Aristoteles, Platon, Sophokles und anderen. Das war ein lustiges Gefühl für mich, denn diese Typen habe ich mal studiert, von 2006 bis 2010 an der Uni Göttingen. Hier haben sie mich wieder eingeholt 😉

Zu Gast im Amtsgericht: „Die Ermittlung“ von Peter Weiss

Im Mai folgte dann die Szenische Lesung „Die Ermittlung“ mit dem Stadtensemble. Da hatte ich eine Doppelrolle: Produktionsleitung und Lesende. Das war gar nicht so leicht unter einen Hut zu bringen – denn ich wurde immerzu auf organisatorische Dinge angesprochen, auch noch kurz vor meinem Auftritt. Trotzdem bin ich dankbar, dass ich an dieser wichtigen Veranstaltung im Amtsgericht Münster teilhaben durfte. „Die Ermittlung“ erinnert an die Verbrechen von Auschwitz und die Frankfurter Auschwitzprozesse.

Bei Vollmond im Park: (Ge)Dicht an die Nacht

Ebenfalls im Mai: Die Lyrik-Aktion „(Ge)Dicht an die Nacht. Auch hier war ich wieder Mitorganisatorin UND Sprecherin. Aber diesmal habe ich es nicht so stark gespürt, denn ich hatte mein eigenes Plätzchen zum Lesen. Die Aktion fand an zwei Abenden im Schlosspark in Münster statt. Alle Lesenden bekamen ein paar rote Hocker und zogen los. Manche ließen sich gleich vorne auf der großen Wiese nieder, andere, so wie ich, eher versteckt, unter großen Bäumen an der Gräfte.

Das war der Ausblick von meiner Lyrik-Station.

Das Publikum spazierte dann so durch den Park und machte mal hier, mal da Halt. So entstanden sehr intime kleine Lesungen mit 1-5 Zuschauenden. Die Atmosphäre im Park war toll, und mit der Zeit wurde es immer dunkler, bis irgendwann der Vollmond aufging. Eine wunderschöne Erfahrung!

Psychische Krisen in der Literatur: ~ IM STROM

Der Mai war wirklich ein Bühnenmonat! Denn am 30. Mai hatten wir noch Premiere mit unserem neuen Theater en face Stück ~ IM STROM. In dem Stück geht es um psychische Erkrankungen, und es kommen ganz verschiedene Texte vor: manche von berühmten Autor*innen, wie Kafka, andere von Menschen, die an Schreibwerkstätten in der Psychiatrie teilnehmen. Das wurde auch gar nicht weiter gekennzeichnet. Wir haben aus den Texten eine Collage gebaut, in der die sie alle gleichwertig nebeneinander standen. Ich hoffe nur, dass wir (als allesamt nicht betroffene) dem Thema gerecht werden konnten.

Ein Mann liegt auf dem Boden und bewegt seine Hände zum rechten Bildrand. Vier Personen stehen drumherum und verfolgen gespannt, was er macht.

Ein bewegter Moment. Von links: Lena Bodenstedt, ich, Marion Bertling, Julius Kuebart und Uwe Rasch. Foto: Ina Esch

Ein Roman über die kamerunisch-französische Geschichte: „Die Tage kommen und gehen“ von Hemley Boum

Im September durfte ich dann noch an einer Lesung teilnehmen. Der Verein Afrikanische Perspektiven e. V. hatte die Autorin Hemley Boum aus Kamerun eingeladen, um ihren Roman „Die Tage kommen und gehen“ vorzustellen. Darin geht es um die Geschichte von Anna, Tina und Abi, die drei Generationen umspannt – vom Unabhängigkeitskrieg bis hinein in die Gegenwart. In meinem Monatsrückblick September erzähle ich Dir ein bisschen über das Buch.

Proben für „Repeating Warhol“

Im November haben wir dann bei Theater en face angefangen, ein neues Stück zu proben. REPEATING WARHOL (Arbeitstitel) ist eine Szenencollage über den Pop-Art-Künstler Andy Warhol. Die Aufführungen sind für Mai 2023 geplant.Wer weiß – vielleicht wird das ja auch wieder ein Bühnenmonat. Ich hoffe es!

 


 

Meine 3 (+1) liebsten eigenen Blogartikel des Jahres

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, nur drei Artikel vorzustellen, aber ich kann nicht. Da ist dieser eine, der unbedingt noch genannt werden will, weil ich im Sommer so viel Spaß damit hatte: Introvertiert auf der Bühne? Ja! – Meine Bühnenchronik. Das war wirklich ein persönliches Projekt – ich hatte meine alten Bühnenfotos wiederentdeckt und gemerkt, wie lange mich die Bühne schon prägt und begleitet. Auch wenn das nicht alles professionelle Produktionen waren – egal! Gelernt hab ich trotzdem eine Menge. So entstand die Idee einer Bühnenchronik, die ich von jetzt an fortlaufend erweitere.

Es ist dunkel, und Du siehst mich in meiner Rolle, wie ich den Marat ermorde. Meine Rechte Hand mit dem Messer ist hoch in der Luft, mein linker Arm um seinen Hanls und er versucht sich zu befreien.

Wäre doch zu schade gewesen, das für mich zu behalten, oder? Das war 2007 im ThOP, der studentischen Bühne in Göttingen. Bei der Generalprobe hat es GENAU in diesem Moment einen lauten Donner gegeben 💙 Foto: Dirk Opitz

 


 

Mein Jahr 2022 in Zahlen

  • 1:1 Trainings: 26 (7 Probetrainings und 19 bezahlte Trainings)
  • Bühnenauftritte: 12 (6 Theaterauftritte, 5 Lesungen, 1 Vortrag mit szenischen Elementen)
  • Studio-Aufträge: 3 (alle im Home-Studio)
  • Kulturprojekte organisiert: 6 (4 abgeschlossen, 2 laufen noch)
  • Podcastfolgen mit Herz & Zunge: 9
  • Blogartikel: 33
  • Besucher*innen auf meiner Website: 368 (seit August – da habe ich mein Analyse-PlugIn installiert)
  • Seitenaufrufe: 1195 (ebenfalls seit August)
  • Newsletter-Abonnent*innen: 22
  • Instagram-Follower: 468
  • Interviews: 3
  • gelesene Bücher: 15

Das sind meine Bücherstapel: links der schon-gelesen-Stapel, rechts der will-ich-bald-lesen-Stapel.

Meine Auftritte und Lesungen im Jahr 2022 – Beweismaterial 😉

Mein Instagram-Profil am 20. Dezember 2022

Und so sieht meine Startseite im Dezember 2022 aus.

 


 

Was 2022 sonst noch so los war

Im Januar hatten wir Eis auf dem Aasee. Das finde ich immer ganz faszinierend.

Im März durfte ich einen Vortrag im Erbdrostenhof halten. Anlass war das Projekt outside_inside_outside. Literatur und Psychiatrie. Da haben wir mit Theater en face dran teilgenommen und durften unser Projekt „~ IM STROM“ vorstellen.

Meinen Geburtstag im Mai habe ich per „zoom“ gefeiert, weil mein Mann zeitgleich Corona hatte.

Außerdem war ich im Mai das erste Mal live bei Instagram. Sandra Krüger hat mir ein paar Fragen zu ihrem Selbstlernkurs „Finde den Mut in Dir“ gestellt.

Im Oktober haben Lena und ich eine Workshop-Anfrage bekommen. Anlass war unsere Herz & Zunge Folge #011 „Wie reagiere ich auf Stammtischparolen?“ Dieses Thema dürfen wir im neuen Jahr mit einer Gruppe vertiefen. Unser erster Herz & Zunge Workshop!

Im November durfte ich an der Interviewreihe Leise Unternehmerinnen von Verena Sati teilnehmen. Eine tolle Gelegenheit, nochmal tiefer in meine Geschichte einzutauchen und eine wunderbare Zusammenarbeit 💙

Ich halte ein Buch hoch und linse dahinter hervor. Es ist "Von introvertiert zu positioniert. Das Businessjournal für Introvertierte".

Im Dezember bekam ich Post! Mim von still & sensibel hat vor kurzem einen Text im „Businessjournal für Introvertierte“ veröffentlicht – und mir dann eines davon zu Weihnachten geschenkt! Dankeschön💙 Hier kommst Du zu Mims Buch-Vorstellungs-Artikel.

Die Challenges von Judith Peters begleiten mich durch mein Blog-Jahr: BoomBoomBlog im Mai, RapidBlogFlow im September und natürlich Jahresrückblog im Dezember.

 


 

Das erwartet mich im Jahr 2023

  • Ich möchte Workshops anbieten! Vier Ideen habe ich schon, und es werden Präsenzworkshops sein. Wenn sie richtig gut laufen, probiere ich vielleicht auch mal einen online aus.
  • Im Frühjar 2023 biete ich einen Wort & Stimme Sprechkunstabend an. So können sich meine Kund*innen vom Wort & Stimme Training kennenlernen und ihre Texte auf der Bühne vortragen. Vielleicht ließe sich das sogar mit einem Workshop verbinden? Hmmm, mal sehen.
  • Im Sommer 2023 endet meine Tätigkeit als Projektleiterin des Stadtensembles. Das wird eine Umstellung, aber ich freue mich auch darauf, denn dann habe ich mehr Raum für meine Arbeit als Sprecherin & Kommunikationspädagogin.
  • Seit 3 Jahren nehme ich mir vor, mich als Sprecherin bei der WHB – der Westdeutschen Bibliothek der Hörmedien für blinde, seh- und lesebehinderte Menschen zu bewerben. Durch die Arbeit für das Stadtensemble fehlte mir die Zeit, aber jetzt gehe ich das an!
  • Ich möchte mein Repertoire an Stimmübungen nochmal sichten, sortieren und aufbereiten. Am liebsten so, dass ich jede Übung ganz easy für meine Kund*innen (oder für mich) als Karte ausdrucken kann.
  • Mein Mann und ich reisen endlich wieder nach Borkum und schnuppern Meeresluft.
  • LANGSAMKEIT ist mein Motto für das Jahr 2023.

12 Kommentare

  1. Marita

    Wow! Was für ein unglaubliches Jahr, liebe Paula! Du wohnst in Münster? Was für eine schöne Stadt. Ab und zu sind wir dort, denn Johannes ist in der Nähe von Münster aufgewachsen. 😉

    Die klassischen Morgenroutinen funktionieren bei mir übrigens auch nicht, nur falls Dich das beruhigt. Ich starte gerne lesend und mit einer Tasse Tee in den Tag. Manchmal mache ich ein paar Dehnübungen und ab und zu vergesse ich sie auch. Aber das ist nicht schlimm.

    Der Kurs von Isabell Honig klingt sehr interessant, der kommt auf meine „will ich machen“-Liste.

    Ich habe den Jahresrückblick in einem Rutsch gelesen, er ist voll spannender Inspirationen. Ich werde sicher nochmal zurückkommen, um dem einen oder anderen Link zu folgen. Außerdem finde ich es unglaublich spannend, was Du alles machst. Es fühlt sich wunderbar leicht und – stimmig – an.

    Ganz lieben Dank auch fürs Lesen meines Jahresrückblick und Deinen wunderbaren Kommentar. Ja, wir haben tatsächlich ein paar Gemeinsamkeiten.

    Liebe Grüße und ein leichtes 2023!
    Marita

    Antworten
    • Paula

      Liebe Marita,

      danke für Deinen schönen Kommentar! Ich hab ihn heute unterwegs gelesen und bin strahlend nach Hause gelaufen 😊

      Ja, ich wohne in Münster, also wenn Du mal vor Ort bist und spazieren oder einen Kaffee trinken möchtest, sag Bescheid.

      Deine Morgenroutine gefällt mir SEHR gut. Teetrinken und lesen genieße ich auch gerade wieder ganz oft.

      Vielen Dank für Dein Feedback und Deinen Wunsch. Ein leichtes Jahr 😊 Das klingt schön!

      Alles Liebe
      Paula

      Antworten
  2. Luise Geier-Asfiaoui

    Liebe Paula.

    Unglaublich, was du alles in einem Jahr geschafft und erschaffen hast. Chapeau!
    Ich bin sehr gespannt und neugierig auf deinen weiteren Weg und wo die berufliche Reise dich hinführen wird.

    Für 2023 wünsche ich dir maximale Erfolge auf allen Ebenen. Und ich freue mich, viele weitere Blogartikel von dir zu lesen. Du schreibst so schön!

    Alles Liebe Luise

    Antworten
    • Paula

      Liebe Luise,

      dankeschön 💙 Ich freue mich sehr über Dein Feedback, ganz besonders das zum Schreiben 😊

      Alles Liebe in 2023
      Paula

      Antworten
  3. Ilka

    Liebe Paula,

    ich bin eher zufällig in deinen Jahresrückblick gestolpert und fühlte mich von dir sofort mitgenommen. Deine Art zu schreiben mag ich gerne.

    Außerdem habe ich ein paar Gemeinsamkeiten gefunden (die große Freude an analogen 1:1-Sessions, das Spazieren auf den selben Wegen, die Begeisterung fürs Bloggen).

    Großartig finde ich, wie du auf deine Tagesform und Energie achtest. Das kommt bei mir noch zu kurz. Ich merke, dass für mich zu feste Strukturen nichts sind und mir meine Energie rauben. Jetzt geht es „nur“ noch darum, diese Erkenntnis umzusetzen.

    Viele Grüße und alles Gute für den Start in ein erfülltes 2023

    Ilka

    Antworten
    • Paula

      Liebe Ilka,

      vielen Dank für diese schöne Rückmeldung! Ich freue mich über unsere Gemeinsamkeiten 😊

      Deine Erkenntnis, dass Dir zu feste Strukturen die Energie rauben ist ja schonmal super! Und ich kanns gut verstehen, denn mir geht es ganz ähnlich. Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Spaß und Erfolg beim Umsetzen 🙂

      Ein wunderschönes, gesundes und überraschendes neues Jahr wünsche ich Dir!

      Alles Liebe
      Paula

      Antworten
  4. Anett Enderlein

    Liebe Paula,

    was für ein Jahr! Danke für diese spannenden Einblicke.

    Ich lebe zur Zeit auch sehr für die 1:1-Arbeit. Das ist schon jedes Mal was Besonderes.

    Und ich mag es übrigens genauso wie du, immer wieder an den selben Orten entlang zu spazieren. Durch die „12 von 12“-Artikel halte ich die Veränderungen über das Jahr auch immer ein bisschen mit fest.

    Mit den (neuen) flexiblen Gewohnheiten halte ich es genauso wie du. Ein paar mehr Schreibtischpausen und noch ein bisschen mehr draußen sein steht hier auch noch auf dem Plan.

    Ich wünsche dir für 2023 nur das Beste, viel Freude und Erfüllung. 🤗

    Alles Liebe
    Anett

    Antworten
    • Paula

      Liebe Anett,

      vielen Dank für Deine lieben Worte!

      Ich freue mich über die Gemeinsamkeiten 🙂 Besonders spannend finde ich, dass Du auch gerne die kleinen Veränderungen an Deinen Orten verfolgst.

      Schreibtischpausen möchte ich auch NOCH mehr machen. Der Vormittag wird durch das Spazieren gehen schon sehr schön aufgelockert. Aber danach kommt es vor, dass ich mich so an etwas „festbeiße“. Das möchte ich mir nochmal genauer anschauen.

      Auch Dir ein wunderschönes neues Jahr mit viel Freude, Gesundheit und schönen Spaziergängen an Deinen Lieblingsorten 🙂

      Viele liebe Grüße
      Paula

      Antworten
  5. Edith Gould

    Liebe Paula, danke für diesen tollen Einblick in dein (fast)vergangenes Jahr.
    Ich denke, eine überlegtere Morgenroutine täte mir auch ganz gut … Danke für diesen Denkanstoss.
    Ich wünsche dir einen guten Rutsch und alles Gute für 2023.
    Liebe Grüsse, E.

    Antworten
    • Paula

      Liebe Edith,

      danke für Dein Feedback und die lieben Wünsche!

      Ja, mit der Morgenroutine hat es bei mir auch gedauert. Aber jetzt habe ich etwas gefunden, was mir richtig gut tut, und was ich gerne mache. Das ich, glaube ich, ganz wichtig.

      Dir auch einen guten Rutsch und ein wunderschönes neues Jahr 🙂
      Paula

      Antworten
  6. Mim | still & sensibel

    Sooo, liebe Paula, nachdem ich deinen tollen Jahresrückblick noch ein zweites Mal gelesen habe, kommt hier endlich mein versprochener Kommentar. 😊

    Deine Morgenroutine finde ich total klasse. Ich hab mir ja diesen Herbst auch eine Morgenroutine angeeignet. Das mit dem Schütteln möchte ich unbedingt noch übernehmen, denn ich glaube, das würde mir auch guttun. Einfach mal die ganze Müdigkeit aus dem Körper schütteln. Und mir morgens eine Kanne Tee zu machen, wäre insbesondere jetzt im Winter auch eine gute Idee für mich.

    Dein Voice-Over im Erklärfilmchen ist ja richtig super. Darauf kannst du echt stolz sein.

    Das ~IM STROM Stück hört sich sehr interessant an. Das hätte ich mir auch gerne angeschaut. Psychische Erkrankungen sind ein so wichtiges Thema. Man kann gar nicht oft genug darüber sprechen. Oft werden diese immer noch nicht richtig ernst genommen, deshalb ist es stark, dass ihr euch das Thema vorgenommen habt.

    Wow, du hast wirklich viele Fortbildungen gemacht. Ich eigentlich auch, aber ich bin gar nicht auf die Idee gekommen, die in meinem Jahresrückblick zu erwähnen. Mal abgesehen davon, dass ich auch den Überblick verloren habe. 😅 Aber finde ich echt cool – dann lernst du auch so gerne Neues, wie ich? Ich bin ein totaler Lern-Freak. 🤓

    Deine Pläne für 2023 sind übrigens auch total spannend. Die WHB verleiht dann Hörbücher, stimmt’s? Und die nehmen auch selber welche auf, oder? Das klingt echt interessant. Und dass du Workshops und einen Sprechkunstabend anbieten möchtest, klingt auch toll. Falls du irgendwann mal einen Online-Workshop anbietest, lass es mich wissen. Je nachdem, welches Thema du behandelst, könnte das sehr interessant für mich sein.

    Ich wünsche dir frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2023!

    Alles Liebe,
    Mim

    Antworten
    • Paula

      Hallo Mim,

      vielen Dank für Dein schönes Feedback! Ich habe mich riesig darüber gefreut.

      Ja, ich lerne auch wirklich gerne! Allerdings bin ich nicht so gut darin, alleine an etwas dranzubleiben. Der erste „Rausch“ geht oft sehr gut, wenn alles noch neu und spannend ist. Wenn man sich so in einem Thema zurechtfindet und sich die ersten Schritte aneignet. Aber danach fällt es mir etwas schwerer. Da tut es mir dann gut, immer wieder mal Impulse von außen zu bekommen. Deshalb habe ich das sehr genossen, in diesem Jahr wieder Fortbildungen zu besuchen.

      Die Hörbücherei produziert und verleiht Hörbücher, ja genau 🙂 Ich hoffe so, dass ich das in diesem Jahr endlich angehe. Wenn ich meinen ersten Online Workshop plane, sage ich Bescheid, versprochen!

      Deine Morgenroutine klingt auch richtig toll – ich habe auf Deinem Blog darüber gelesen. Finde ich toll, dass Du auch das Schütteln noch einbauen willst 🙂 Mir tut das echt immer gut, und wach macht es auch.

      Ich wünsche Dir einen guten Rutsch!

      Liebe Grüße
      Paula

      Antworten

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