Hilfe, ich werde kritisiert! Wie kann ich mit Kritik umgehen?

von | Jun 6, 2022 | Herz und Zunge, Respektvolle Kommunikation | 0 Kommentare

Dieser Artikel ist in Anlehnung an die neunte Folge des Herz & Zunge Podcasts entstanden, den ich gemeinsam mit Lena Bodenstedt hoste.

Mit Kritik umzugehen, ist gar nicht so einfach. Einerseits ist es wichtig, Rückmeldungen zu bekommen: Wie wirke ich auf andere? Wie finden sie das, was ich mache? Darüber möchte ich schon gerne etwas erfahren. Aber da ist auch die Angst, dass mir etwas negatives gesagt wird. Dass etwas nicht gefällt oder für andere vielleicht sogar problematisch ist. Und wenn das dann geäußert wird – puh! Das kann ganz schön emotional werden.

Herz & Zunge - Folge #009 Hilfe, ich werde kritisiert!

In der neunten Folge des Herz & Zunge Podcasts sprechen Lena und ich über Kritik. Dabei geht es um die folgenden Fragen:

Was ist Kritik?

Im Alltag verstehen wir unter Kritik vor allem negative Rückmeldungen. Jemandem gefällt etwas nicht, jemand findet, dass ich etwas falsch gemacht habe, oder, schlimmer noch, dass ich in irgendeiner Hinsicht falsch bin. Das waren Lenas und meine ersten Assoziationen zu dem Begriff. Sie zeigen sehr deutlich, welche Gefühle mit Kritik verbunden sein können: Die Angst, abgelehnt zu werden und außen vor zu sein, außerdem Schuld („Ich habe etwas falsch gemacht.“) und Schamgefühle („Ich bin falsch.“).

Doch es gibt auch positive Kritik. Zum Beispiel die Theaterkritik in der Zeitung – sie kann sowohl positiv als auch negativ ausfallen. Hier ist es ganz normal, wenn jemand sagt: „Ich habe eine gute Kritik bekommen.“ So wollen wir Kritik auch hier verstehen: als eine Rückmeldung, die sowohl positiv als auch negativ ausfallen kann.

Kritik oder Feedback – was ist der Unterschied?

Dann ist uns aufgefallen, dass die Begriffe „Kritik“ und „Feedback“ oft vermischt werden. Sie werden sogar manchmal wie Synonyme behandelt, obwohl sie einen ganz unterschiedlichen Ursprung haben:

Kritik kommt von dem griechischen Verb krino, das mit unterscheiden und beurteilen übersetzt werden kann. Wenn wir kritisieren, fällen wir also ein Urteil. Etwas war gut oder schlecht. Es hat uns gefallen oder nicht gefallen. Es war richtig oder falsch, nützlich oder nicht nützlich. Die Begriffe unterscheiden sich je nach Kontext. Immer gibt es zwei Möglichkeiten, und nur eine davon kann zutreffen. Natürlich kann man auch differenzieren: in einer komplexen Zusammenarbeit können zum Beispiel manche Dinge gut laufen und manche nicht. Aber beides gleichzeitig geht nicht. Ich muss mich entscheiden.

Das Wort Feedback dagegen kommt aus dem technischen Bereich und wurde dann von der Kommunikationspsychologie aufgegriffen. Es beschreibt eine Rückkopplung: Ich tue oder sage etwas und bekomme eine Rückmeldung darüber, was bei meiner Gesprächspartner*in angekommen ist. Was hat sie gesehen oder gehört? Wie deutet sie es und welche Wirkung hat es auf sie? Diese Fragen sind nicht mit einer Bewertung verbunden, deshalb geht es beim Feedback um das möglichst neutrale Beschreiben von Wahrnehmungen und Wirkungen.

Im Alltag sind solche wertfreien Rückmeldungen selten. Wirklich ganz bei sich zu bleiben und auf Urteile wie „das hat mir gut gefallen“ oder „das fand ich störend“ zu verzichten, ist nämlich richtig schwer. Viele Rückmeldungen, die unter „Feedback“ laufen, würden wir deshalb eher als Kritik einordnen. Dazu gehört zum Beispiel auch die bekannte Sandwich-Methode (erst eine positive, dann eine negative und zum Schluss noch eine positive Rückmeldung).

Warum bekommen wir so ungerne Kritik?

Sicher kennst Du diese Situation: Du kommst aus der Mittagspause und nach einer Weile spricht Dich jemand an. Mitten im Gespräch heißt es plötzlich, in einem gedämpften Ton:

„Du, warte mal, mach mal so… Du hast Schokolade am Mund.“

Du kannst die Schokolade durch Spinat zwischen den Zähnen ersetzen, eine abstehende Haarsträhne oder ein Kleidungsstück, das irgendwo ungünstig festhängt. Mir persönlich sind diese Momente immer furchtbar unangenehm. Ich fühle mich ertappt und bin erstmal peinlich berührt. Trotzdem finde ich es besser, als nicht darauf angesprochen zu werden und weiter mit der Schokolade am Mund herumzulaufen.

Dieses Beispiel ist natürlich sehr einfach. Aber ich finde, es beschreibt das Dilemma beim Annehmen von Kritik ganz gut: im ersten Moment kommt sie unerwartet. Wir kriegen eine neue Information, die uns zwingt, unser Selbstbild zu überprüfen.Vielleicht fühlen wir uns ertappt, vielleicht kriegen wir es auch mit der Angst zu tun:

  • Wie nehmen mich die anderen jetzt wahr?
  • Werde ich immer noch anerkannt?
  • Stellt das meinen Wert als Person oder meine berufliche Kompetenz in Frage?
  • Habe ich hier einen Fehler gemacht?
  • Wie verhalte ich mich denn jetzt?

Diese Ängste wurzeln in grundlegenden Bedürfnissen wie Anerkennung, Verbindung und Wirksamkeit. Wie bedrohlich das ist, wenn sie in Frage gestellt werden, siehst Du zum Beispiel daran, dass wir uns an negative Kritik oft viel stärker erinnern, als an positive.

Warum kann Kritik auch vorteilhaft sein?

Auf der anderen Seite kann uns Kritik aber auch richtig weiterbringen. Sie ermöglicht, dass wir

  • etwas über uns selbst erfahren
  • verstehen, wie wir auf andere wirken und sie beeinflussen.
  • uns weiterentwickeln.
  • frei entscheiden, wie wir in der Welt wirken wollen.

Ich fasse es mal so zusammen: Kritik ermöglicht es Dir, Dich selbst durch die Brille von jemand anderem zu sehen. Dabei erfährst Du mindestens genau so viel über die andere Person wie über Dich. Denn die Form ihrer Brille, die Stärke der Gläser, die Tönung – das alles steht für ihren ganz spezifischen Blick auf die Welt.

Darüberhinaus kann Kritik auch ein Zeichen der Wertschätzung sein. Die Person, die die Kritik äußert macht sich nicht nur die Mühe, ihre Gedanken in Worte zu fassen, sie setzt sich auch einem Risiko aus. Denn sie weiß vorher nicht, wie wir auf die Kritik reagieren, ob wir sie womöglich sogar persönlich nehmen.

Kritik bringt neue Informationen

Dazu möchte ich ein etwas komplexeres Beispiel bringen als das mit der Schokolade. Eine Mitarbeiterin und ihr Chef führen ein Gespräch mit einem Kunden. Ziel des Gesprächs ist es, dem Kunden ein Produkt vorzustellen und im besten Fall zu verkaufen. Doch der Chef ist nach kurzer Zeit davon überzeugt, dass das Produkt nicht wirklich den Bedürfnissen des Kunden entspricht. Die Mitarbeiterin sieht das anders und erklärt, wie es ihm am Ende doch weiterhelfen könnte. Im Anschluss an das Gespräch sagt der Chef:

„Sie können sich vor einem Kunden nicht so gegen mich stellen.“

Die Mitarbeiterin ist überrascht. Sie hätte gedacht, dass ihr Chef die Initiative begrüßt. Und das hätte auch sein können – es gibt in diesem Beispiel keine eindeutig richtige oder falsche Lösung. Aber durch die Kritik bekommt sie eine wichtige Information über ihren Chef: ihm ist es wichtig, dass sein Team in Kundengesprächen hinter ihm steht. Mit diesem Wissen können beide gemeinsam überlegen, wie sie in Zukunft mit einer solchen Situation umgehen wollen. Denkbar wäre zum Beispiel:

  • Die Mitarbeiterin spricht den Chef nach dem Gespräch auf ihre Ideen an. Der Kunde wird erneut kontaktiert.
  • Mitarbeiterin und Chef vereinbaren ein Signal, das für den Kunden nicht sichtbar ist. Dann weiß der Chef, dass es noch abweichende Ideen gibt und kann – wenn er will – aus seiner Autorität als Chef heraus um weitere Beiträge bitten.
  • Vielleicht geht es auch darum, wie die Mitarbeiterin ihre Ideen vorgebracht hat. Eine andere Formulierung könnte die „Einmischung“ für den Chef akzeptabel machen.

Konstruktive vs. destruktive Kritik

In diesem Beispiel kann die Kritik also dazu genutzt werden, um die Zusammenarbeit zwischen Mitarbeiterin und Chef zu verbessern und ein langfristiges Vertrauensverhältnis aufzubauen. Schwieriger wäre es gewesen, wenn der Chef gesagt hätte:

„Sie sind immer so vorlaut. Das geht so einfach nicht!“

Dann hätte er seine Kritik destruktiv formuliert. Destruktive Kritik ist…

  • verallgemeinernd,
  • vorwurfsvoll,
  • richtet sich gegen die ganze Person und verschleiert, um welches ganz konkrete Verhalten es geht,
  • enthält oft abwertende Begriffe,
  • erhebt Anspruch auf Objektivität und
  • geht nicht auf mögliche Lösungen ein.

Konstruktive Kritik dagegen…

  • ist konkret,
  • bezieht sich auf das Verhalten, nicht auf die Person,
  • wird freundlich vorgebracht und
  • ist wertschätzend formuliert, sie nutzt neutrale oder positiv besetzte Worte,
  • ist bewusst subjektiv
  • und lösungsorientiert.

Wie reagiere ich auf Kritik?

Die folgenden Tipps sollen Dir helfen, Kritik anzunehmen, ohne sie zu nah an Dich heranzulassen. Du wirst merken, dass das bei konstruktiv formulierter Kritik einfacher ist, weil Du mehr Informationen bekommst. Du weißt zum Beispiel gleich von Anfang an, worum es geht. Bei destruktiver Kritik musst Du mehr Fragen stellen, um den (oft gar nicht destruktiven) Kern freizulegen. Auch emotional ist eine destruktive Kritik natürlich herausfordernder. Grundsätzlich gelten diese Tipps aber für beide Arten.

Gefühle wahrnehmen

Wie geht es Dir? Was löst die Kritik in Dir aus? Nimm die Gefühle wahr und überlege, was Du jetzt brauchst. Wenn Du kurz unterbrechen möchtest, um Dich zu sortieren, sage es. Hab auch im Hinterkopf, dass es schwieriger ist, auf Kritik gelassen zu reagieren, wenn es uns gerade nicht so gut geht. Das ist ok, und es hilft, wenn Du es weißt.

Person oder Verhalten?

Mach Dir bewusst, dass sich die Kritik auf ein ganz bestimmtes Verhalten in einer ganz bestimmten Situation bezieht. Es geht nicht um Dich als Person, sondern um eine Handlung und darum, wie sie jemand anders beeinflusst hat. Wenn diese Handlung nicht konkret benannt wird, frag nach, zum Beispiel: „Was bedeutet vorlaut für Sie?“ oder „Woran machen Sie das fest?“ oder „Wie kommen Sie zu dieser Einschätzung?“

Aktiv zuhören

Gib in Deinen eigenen Worten wieder, was Du verstanden hast. Zum Beispiel: „Ihnen ist also wichtig, dass wir in Kundngesprächen eine einheitliche Linie vertreten. Sehe ich das richtig?“ Deine Gesprächspartner*in kann dann bestätigen, korrigieren oder ergänzen. Das macht ihr solange weiter, bis wirklich alle Missverständnisse ausgeräumt sind.

Deine Beweggründe

Erläutere Deinen Standpunkt. Warum hast Du Dich so verhalten? Was waren Deine Absichten? Zum Beispiel: „Ich ging davon aus, dass es unser oberstes Ziel ist, den Kunden für uns zu gewinnen. Deshalb hielt ich es für wichtig, meine Idee zu äußern. Ich wollte Ihnen nicht in den Rücken fallen.“ Vielleicht ist es für deine Gesprächspartner*in dann leichter, Dein Verhalten einzuordnen. Der Chef in unserem Beispiel weiß dann zum Beispiel, dass nicht darum ging, seine Autorität zu untergraben, sondern dass die Mitarbeiterin im Sinne der Firma handeln wollte. Das kann eine sehr wichtige Information sein. Achte aber darauf, dass Du Dich nicht in Rechfertigungen verlierst, und dass Du Dir zuerst die Sichtweise Deines Gegenübers anhörst.

Lösungsorientierung

Frage, wie ihr zukünftig mit solchen Situationen umgehen wollt. Entwickelt einen Plan, der für euch beide funktioniert. „Wie soll ich mich verhalten, wenn ich wieder in so eine Situation komme?“ Dieser Punkt ist besonders wichtig, wenn es um den langfrstigen Lernprozess geht.

Zurück zu Deinen Gefühlen

Spür noch einmal nach, wie es Dir jetzt mit der Situation geht. Wenn die Kritik für Dich verletzend war, und Du das nicht einfach so stehen lassen willst, kannst Du es ansprechen. Versuche, dabei selbst konstruktiv zu bleiben und ganz konkret zu benennen, was Dich gestört hat. Mehr dazu in der nächsten Folge 😉

Lass es nicht zu groß werden

Wenn Dich die Kritik verfolgt und Du weiter darüber nachdenkst: Mach Dir bewusst, dass sie nur einen kleinen Ausschnitt Deines Wirkens betrifft. Wir neigen dazu, negative Kritik viel wichtiger zu nehmen als positive. Wenn Du das bei Dir bemerkst, steuere bewusst dagegen, indem Du auch an die Dinge denkst, die Du schon geschafft hast, und die Dir gut gelungen sind. Gib Dir Zeit, um das Erlebnis und die Gefühle, die es aufgewühlt hat, zu verarbeiten. Lass es ein paar Tage sacken und rede, wenn Du magst auch mit einer Freund*in darüber.

Wann nehme ich Kritik an? Und wann nicht?

Bisher ging es darum, wie man Kritik annehmen kann, ohne sie zu persönlich zu nehmen. Das macht besonders dann Sinn, wenn hinter der Kritik ein echtes Interesse steckt. Aber was, wenn das nicht der Fall ist? Und wie entscheide ich überhaupt, ob ich mich auf eine Kritik einlasse oder nicht? Dabei helfen Dir die folgenden Fragen:

Kapazität

Wie geht es Dir jetzt gerade? Hast Du die Kapazität, um Dich auf die Kritik einzulassen? Wenn Du keine Kapazität hast: Musst Du Dich darauf einlassen oder kannst Du sie auch ignorieren? Kannst Du die Reaktion auf später verschieben? Zieh Dich so weit raus, wie es die Situation erlaubt.

Relevanz

Ist die Kritik inhaltlich relevant für Dich? Welche Annahmen und Werte stecken dahinter? Stimmst Du damit überein? Wenn nicht, musst Du sie nicht annehmen.

Haltung

Wird aus einer wohlwollenden Haltung kritisiert? Will die Person Dir helfen? Geht es um ein gemeinsames Ziel, zum Beispiel den Erfolg eines gemeinsamen Projekts? Manchmal wird Kritik eingesetzt, um jemanden zu sabotieren oder herabzusetzen. Dann musst Du sie nicht annehmen.

Kompetenz

Ist die Person kompetent für das Thema? Hat sie sich wirklich damit auseinandergesetzt? Wenn nicht, musst Du ihre Kritik nicht annehmen.

Was passiert, wenn ich eine Kritik nicht annehme?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, aber ich kann Dir von einem Erlebnis berichten, als ich mich entschieden habe, eine Kritik nicht anzunehmen. Als ich in die Testphase für mein 1 : 1 Kommunikationstraining gestartet bin, habe ich zum ersten Mal eine Anzeige zu meinem Angebot erstellt. Sie erschien damals in einem kleinen Veranstaltungsmagazin und bestand aus einem kurzen Text und diesem Foto von mir:

Da stehe ich vor einem bunten Hintergrund mit vielen Graffitis. Ich habe meine Arme verschränkt und schaue freundlich und verschmitzt in die Kamera.

Ich weiß natürlich, dass viele Kommunikationstrainer*innen davon abraten, sich mit verschränkten Armen zu zeigen. Warum ich von solchen pauschalen Urteilen nichts halte, werde ich nochmal in einem eigenen Artikel erläutern. Ich mag dieses Bild jedenfalls sehr gerne, für mich strahlt es Selbstbewusstsein aus und den Mut, die Dinge auf meine Art zu machen. Ich habe also ganz bewusst gegen eine Konvention verstoßen.

Als meine Anzeige draußen war, bekam ich eine E-Mail. Die Verfasserin wies mich darauf hin, dass meine verschränkten Arme auf dem Foto nicht einladend wirkten. Damit hätte ich rechnen können. Trotzdem war ich erstmal ziemlich schockiert. Ich wunderte mich, wieso eine fremde Person sich bemüßigt fühlte, mir so etwas zu schreiben. Wenn das Bild SIE nicht ansprach, brauchte sie mich ja nicht zu buchen. So grummelte ich eine Weile vor mich hin, aber dann wurde mich klar: Ich hatte das Bild ja ganz bewusst ausgewählt. Ich wusste genau, warum. Und ich wusste auch, dass es ganz subjektiv ist, wie ein Bild, eine Haltung auf jemanden wirkt. Ihre Kritik traf mich nicht persönlich. Sie sagte eigentlich mehr über die Verfasserin als über mich, denn sie beschrieb ihre Reaktion auf das Bild. Mit dieser Erkenntnis wurde ich plötzlich ganz entspannt. Ich habe mich dann freundlich für ihr Feedback bedankt und erklärt, warum ich mich für das Bild entschieden hatte. Daraus hat sich tatsächlich noch ein sehr freundlicher Austausch entwickelt.

Wie animiere ich andere zu konstruktiver Kritik?

Diese Frage haben wir von einer lieben Hörerin erhalten. Ich habe mich sehr über diese Frage gefreut, weil sie den Wert von konstruktiver Kritik anerkennt und zugleich berücksichtigt, dass es nicht immer einfach ist, Kritik zu äußern. Gerade bei negativen Rückmeldungen besteht immer die Gefahr, dass die Harmonie des Gesprächs gestört wird – schließlich wissen wir nicht, wie die Gesprächspartner*innen auf unsere Kritik reagieren. Die negativen Assoziationen, die viele von uns mit Kritik verbinden, helfen da natürlich auch nicht gerade. Deshalb habe ich mit Lena zusammen überlegt, wie wir andere zu konstruktiver Kritik ermutigen können.

  • Mit gutem Beispiel vorangehen: Äußere selbst konstruktive Kritik und, zeige, wenn Du kritisiert wirst, Deine Wertschätzung. Wer das sieht, traut sich später auch eher, selbst, Kritik zu äußern.
  • Die negativen Assoziationen zu dem Begriff „Kritik“ kannst Du umgehen, indem Du andere Wörter benutzt. Lena bittet die Teilnehmer*innen in ihren Seminaren zum Beispiel gerne um „Hinweise für das nächste Mal“.
  • Sei transparent und erkläre, warum Du Dir Kritik wünschst. Geht es Dir zum Beispiel darum, Dich Stück für Stück zu verbessern? Sicherheit zu gewinnen? Blinde Flecken aufzudecken und Dich dadurch selbst besser kennenzulernen? Bitte Deine Gesprächspartner*innen, Dich auf Deiner ganz konkreten Reise zu unterstützen, und zeige ihnen, welchen Wert ihre Kritik für Dich hat.

Welche Fragen hast Du noch zum Thema Kritik? In der nächsten Folge des Herz & Zunge Podcasts wird es um die Frage gehen, wie wir selber konstruktive Kritik äußern können. Am Anfang der Folge gehen wir aber auch gerne noch auf Nachfragen zu dieser Folge ein, und auch wenn Du diesen Artikel erst später lesen solltest, darfst Du mir gerne Deine Fragen als Kommentar lassen. Ich beantworte sie dann einfach in einem weiteren Blogartikel!

Bis dahin alles Liebe
Paula